Polizist tötet Schwangere und Sohn

Ein 23-jähriger Wiener Polizist hat gestanden, seine 25-jährige schwangere Freundin und den gemeinsamen knapp zweijährigen Sohn getötet zu haben. Die Leichen vergrub er in einer Wiese im steirischen Trofaiach.

Keine 150 Meter von seiner früheren Wohnadresse entfernt hat der Polizist die Leichen versteckt. Der Fundort in der steirischen Gemeinde Trofaiach war am Freitagabend weiträumig abgeriegelt. Gefunden wurden die Toten auf einer verwilderten und mit Gebüsch verwachsenen Wiese mitten im Siedlungsgebiet. Die „Kleine Zeitung“ berichtete, dass die Toten in einem Koffer versteckt gewesen seien. „Zur genauen Auffindungssituation geben wir aus kriminaltaktischen Gründen keine Auskunft“, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Die Spurensicherung war in der steirischen Gemeinde am Abend noch an Ort und Stelle.

Tatort in Wien-Margareten

In Wien fanden sich Freitagabend vor dem Wohnhaus der Frau nach einem Facebook-Aufruf einige Freunde der Toten ein. Die 25-Jährige hatte dort gemeinsam mit ihrem Sohn und dem Polizisten gewohnt.

Informationen der „Kronen Zeitung“, wonach der 23-Jährige die Opfer mit seiner Dienstwaffe erschossen hatte, konnte Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Freitagnachmittag nicht bestätigen: „Es ist noch nicht klar, ob die Frau und der Sohn überhaupt erschossen wurden.“

Polizist tötet Schwangere und Kind

Ein Polizist soll seine schwangere Freundin und den gemeinsamen Sohn getötet haben. Die Leichen soll er in der Steiermark vergraben haben.

„Getötet wurden die Frau und das Kind in Wien“, sagte Maierhofer gegenüber „Wien heute“. Erst dann soll der 23-Jährige die Leichen in die Steiermark gebracht haben. Das Motiv der Bluttat sowie der genaue Tathergang seien vorerst noch völlig unklar, sagte Maierhofer. Aufschlüsse darüber erwarteten sich die Ermittler aus der Befragung des gebürtigen Steirers. Er soll noch am Freitagabend zurück nach Wien gebracht werden und am Samstag in der Landespolizeidirektion einvernommen werden. Eine Obduktion der Leichen wurde angeordnet.

23-Jähriger erstattete Abgängigkeitsanzeige

Wann der Mann die schwangere Frau und den ein Jahr und neun Monate alten Sohn getötet hat, war vorerst nicht bekannt. „Tatort war nach den jetzigen Ermittlungen die gemeinsame Wohnung in Wien“, sagte Maierhofer. Dort hatte die Spurensicherung ihre Arbeit am Freitag bereits untertags abgeschlossen.

Der Tatverdächtige war seit 1. Jänner bei der Landespolizeidirektion Wien im regulären Polizeidienst. „Er hat normal seinen Dienst versehen, war weder positiv noch negativ auffällig“, berichtete Maierhofer. Der Beamte hatte seine 25-jährige Freundin und den gemeinsamen Sohn am Montagabend außerhalb seiner Dienstzeit als vermisst gemeldet. Die Frau, eine gebürtige Klagenfurterin, war im sechsten Monat schwanger - mehr dazu in Erste Hinweise zu Abgängiger mit Kind.

Der Polizist gab zunächst an, dass die Frau gemeinsam mit dem Kleinkind am Nachmittag die Wohnung verlassen hätte und seither unauffindbar sei. Auch streute der 23-Jährige falsche Hinweise und gab an, die 25-Jährige habe Kleidung für den Sohn mitgenommen. Eine Freundin der Frau veröffentlichte einen verzweifelten Aufruf auf Facebook und initiierte eine große Suchaktion.

Tat in gemeinsamer Wohnung in Wien

Zum aktuellen Ermittlungsstand Polizeisprecher Patrick Maierhofer im „Wien heute“-Interview.

Gerüchte über dritte Leiche

Das Landeskriminalamt übernahm am Donnerstag die Ermittlungen, nachdem keine verwertbaren Hinweise eingegangen waren. Dabei erhärtete sich der Verdacht gegen den 23-jährigen Beamten. Er wurde schließlich am Freitag in der Steiermark festgenommen. Gegenüber Ermittlern gestand er dann rasch die Tat.

Am Freitagnachmittag gab es Gerüchte, wonach am Fundort eine dritte Leiche entdeckt worden sei. Maierhofer dementierte das, ebenso, dass ein weiterer Mann eine Rolle gespielt haben könnte. „Wir haben keine Information darüber, dass sie einen anderen Freund gehabt hat“, sagte der Sprecher.

Die Wiener Polizei zeigte sich auf Facebook und Twitter betroffen über den Fall. „Unsere Gedanken sind nicht nur bei den Angehörigen, wir sind auch tief erschüttert“, postete auch das Innenministerium auf Facebook.

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