Döblinger stimmten gegen Parkpickerl

In Döbling liegt nun das Ergebnis der Befragung zum Parkpickerl vor: Mit 51,6 Prozent Nein-Stimmen haben sich die Anrainerinnen und Anrainer knapp gegen die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung entschieden.

Insgesamt konnten rund 56.000 Menschen drei Wochen lang ihre Stimme abgeben, getan haben das genau 30.916. Davon machten 14.938 Döblinger, also 48,3 Prozent, das Kreuz bei Ja. 51,6 Prozent, konkret 15.943 Anrainerinnen und Anrainer, entschieden sich gegen die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung, wie Bezirksvorsteher Adolf Tiller von der ÖVP im „Wien heute“-Liveinterview verkündete. 35 Stimmen waren ungültig.

Auszählung Döbling
ORF
Bezirksvorsteher Adolf Tiller will sich nun mit der Stadt zusammensetzen

Der Bezirkschef hatte im Vorfeld angekündigt, sich an das Ergebnis zu halten. Das Abstellen der Autos bleibt also weiterhin gratis. Auch aufgrund des sehr knappen Ergebnisses will sich Tiller aber trotzdem mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) an einen Tisch setzen und nach einer Parkpickerllösung für besonders betroffene Gebiete suchen: „Besonders überparkt sind die Gebiete in Heiligenstadt, der Spittelau, in Oberdöbling in der Krim und im Cottageviertel“, so der Bezirksvorsteher. Eine flächendeckende Lösung ist damit aber vom Tisch.

Liveschaltung zur Parkpickerlabstimmung in Döbling

„Wien heute“-Reporterin Ulrike Dobes meldete sich live aus der Bezirksvertretung in Döbling.

Abstimmung wurde vorverlegt

Um 9.45 Uhr begann am Bezirksamt die Auszählung. Vertreter aller Gemeinderatsparteien wurden dazu geladen. Ein Notar wachte über die Auszählung. Mit der Abstimmung über das Parkpickerl in Döbling reagierte Tiller vor allem auf Entwicklungen in den Nachbarbezirken. Seit etwa Währing das Parkpickerl eingeführt hat, weichen viele Anrainer in den 19. Bezirk aus. Deshalb entschied sich der Bezirk sogar für eine Vorverlegung der Abstimmung - mehr dazu in Parkpickerl-Start setzt Döbling unter Druck.

Tiller hatte das Ergebnis bereits im Vorfeld als bindend bezeichnet, er selbst rechnete allerdings mit einem Resultat pro Parkpickerl. In diesem Fall wollte der Bezirkschef die fast flächendeckende Einführung ab 2. Mai 2017 umsetzen. Ein erster Termin mit den Behörden wurde zwecks Vorbereitungsarbeiten bereits für Dienstag anberaumt. Er ist infolge der Ablehnung nun obsolet.

Parkpickerl Abstimmung
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Mehr als die Hälfte der Befragten hat sich an der Abstimmung beteiligt

Favoriten startet im September 2017

Auch andere Bezirke überlegen derzeit, wie sie ihre Parkraumbewirtschaftung künftig regeln. In Favoriten kommt das Pickerl fix mit September 2017 - und zwar fast flächendeckend. Das macht wiederum Druck auf die umliegenden Bezirke: Simmering will die Bürgerinnen und Bürger noch vor dem Sommer abstimmen lassen, Hietzing im ersten Quartal 2017 - mehr dazu in 40.000 elektronische Parkpickerl in Wien.

Trotz des Nein-Votums: Teurer wird das Parken mit Jahresbeginn jedenfalls. Eine halbe Stunde kostet dann beispielsweise einen Euro und fünf Cent, statt wie bisher genau einen Euro. Eine Stunde kommt somit auf 2,10 Euro. Die neuen Parkscheine kann man bereits jetzt kaufen, die alten können noch bis Ende Juni bei den Wiener Stadtkassen zurückgegeben oder gegen Aufpreis umgetauscht werden - mehr dazu in Gebühren für Müll, Wasser und Parken steigen.

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