Mehr Polizei auf Christkindlmärkten

Mehr Polizei an neuralgischen Punkten in der Stadt und der Appell, sich von Terror nicht in seinen Lebensgewohnheiten einschränken zu lassen: Das sind einige der Konsequenzen für Wien nach dem Terroranschlag in Berlin am Montag.

„Grundsätzlich ist es oberste Intention, die Sicherheit aufrecht zu erhalten: Die polizeiliche Präsenz an neuralgischen Punkten wie etwa Weihnachtsmärkten sei erhöht worden“, so Polizeisprecher Patrick Maierhofer: „Ein Teil der zusätzlichen Maßnahmen ist sichtbar, ein anderer nicht.“

Polizisten in Wiener Innenstadt
APA/Hans Punz
Polizisten in der Wiener Innenstadt

Mit neuralgischen Punkten sind alle Orte der Stadt gemeint, an denen größere Menschenansammlungen zu erwarten sind oder die durch ihre Natur besonders im Fokus von Terroristen stehen könnten: Märkte, Einkaufsstraßen, aber auch diplomatische Vertretungen, Regierungsgebäude, Quartiere internationaler Organisationen oder diplomatische Vertretungen und Ähnliches mehr.

„Außerdem gibt es seitens der Landespolizeidirektion Kontakt mit den Veranstaltungsbehörden der Wiener Christkindlmärkte. Die Sicherheitskonzepte werden überprüft“, sagte Maierhofer. Der Sprecher betonte, es gebe nach wie vor keinen konkreten Hinweis, dass eine Attacke geplant ist. „Es gilt aber weiterhin eine allgemein erhöhte Gefahr, wie in ganz Europa.“

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Patrick Maierhofer, Polizeisprecher

Christkindlmarkt wartet noch ab

Die Veranstalter des Christkindlmarkts am Wiener Rathausplatz warteten am Vormittag in Bezug auf mögliche Änderungen der Sicherheitsmaßnahmen noch auf die Empfehlungen der Polizei und des Innenministeriums. Ob es Veränderungen der bestehenden Vorkehrungen geben werde, könne er noch nicht sagen, da er auf die Ergebnisse des polizeilichen Krisenstabs warte, sagte Sprecher Andreas Zenker. Sollte es entsprechende Empfehlungen von Polizei und Innenministerium geben, werde man diese natürlich umsetzen.

Christkindlmarkt Rathaus
ORF
Christkindlmarkt am Rathausplatz

Das bestehende Sicherheitskonzept am Christkindlmarkt vor dem Wiener Rathaus beinhalte eine Sicherheitszentrale sowie Securitys an Ort und Stelle. „Wir arbeiten sehr eng mit der Polizei zusammen“, sagte Zenker. Die Security-Mitarbeiter seien über Fluchtwege und darüber, wie der Markt evakuiert werden kann, informiert. Auch was den Brandschutz betrifft, gebe es Vorkehrungen. „Wir machen weiter und wir werden noch vorsichtiger sein“, sagte Zenker.

Nur massive bauliche Maßnahmen könnten verhindern, dass jemand, der eine dermaßen hohe kriminelle Energie hat, mit einem Sattelschlepper irgendwo quer hineinfährt. Er glaube nicht, dass Christkindlmärkte jetzt rundherum zubetoniert würden, „nur um ein mögliches Anschlagsszenario ausschließen zu können. Der nächste geht mit einem Rucksack spazieren, und dann müssen wir wieder das kontrollieren.“

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Andreas Zenker, Sprecher Christkindlmarkt

„Kein Grund, Christkindlmärkte nicht zu besuchen“

Zenker riet, sich durch den Anschlag in Berlin nicht vom Besuch der Christkindlmärkte abhalten zu lassen. „Es ist auch ein Zeichen der Solidarität, sich trotz der furchtbaren Ereignisse nicht einschüchtern zu lassen.“

Seitens der Landespolizeidirektion wurde ebenfalls betont, dass es keinen Grund gibt, Weihnachtsmärkte zu meiden. „Man soll sich nicht vom Terror in seinen Lebensgewohnheiten einschränken lassen oder diese ändern“, formulierte es Sprecher Patrick Maierhofer. Er betonte, dass er selbst jederzeit einen Christkindlmarkt besuchen würde.

Silvesterpfad wie geplant

Auch der Wiener Silvesterpfad wird nach dem Anschlag in Berlin stattfinden. Eine Absage des Silvesterpfads mit jährlich mehreren Hunderttausend Besuchern stehe nicht im Raum, sagte eine Sprecherin vom Veranstalter Stadt Wien Marketing zur APA. Trotz der Ereignisse in Berlin habe sich an der seit 2015 bestehenden Einschätzung einer „erhöhten abstrakten Gefährdungslage“ nichts geändert. „Es gibt noch keine neue Einschätzung der Gefährdungslage“, sagte die Sprecherin.

Ursprünglicher Fahrer wurde erschossen

Eines der zwölf Opfer des Anschlags mit einem vermutlich gestohlenen Lkw auf einen Berliner Weihnachtsmarkt am Montag wurde erschossen. Das teilte der Brandenburger Innenminister Karl-Heinz Schröter am Dienstag mit. Es handelt sich offenbar um den ursprünglichen Fahrer des polnischen Lkw. Dieser sei Opfer und nicht Täter, so Schröter - mehr dazu in news.ORF.at.

Die Wiener Stadtregierung hat nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin ihre Solidarität mit der deutschen Hauptstadt bekundet - mehr dazu in „Wien steht an der Seite Berlins“.

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