Silvesterpfad: 400 Polizisten und 300 Securitys

Das Sicherheitskonzept für den Silvesterpfad, das vergangenes Jahr aufgrund einer Terrorwarnung erstellt worden ist, wird auch heuer beibehalten. 400 Polizisten, 300 Security-Mitarbeiter und 19 Kameras werden im Einsatz sein.

„Berlin hat die Gefahr aufgezeigt“, sagte Polizeipressesprecher Hans Golob. Es wird trotz „abstrakter Gefahrenlage“ ein höchstes Maß an Sicherheit beibehalten, ergänzte die Chefin des Stadt-Wien-Marketings, Barbara Forsthuber. Eine konkrete Warnung liegt derzeit nicht vor, doch allein die Vielzahl der Besucher erfordere ein solches Konzept, so Golob weiter. Das besteht unter anderem aus 400 Polizisten und 300 Securitys.

Die Polizisten werden zum Teil auch in Zivil beim Silvesterpfad sein, um Delikte wie sexuelle Belästigung - Stichwort „Antanzen“ - und Diebstahl zu unterbinden. Dazu sind Einsatzkräfte des Landeskriminalamts schwerpunktmäßig aktiv.

Silvesterpfad 2016
APA/Hans Punz
Voriges Jahr kamen rund 600.000 Personen auf den Silvesterpfad

Kameras liefern zwölf Stunden Livebilder

„19 Kameras sind zudem quer über den Veranstaltungsort verteilt“, so Forsthuber. In der kombinierten Einsatzzentrale Am Hof, wo die Mitarbeiter der Blaulichtorganisationen und der Veranstalter gemeinsam vor Ort sind, werden die Kameraaufnahmen dann von Polizeibeamten zwölf Stunden lang ununterbrochen live gescreent.

Entsteht beim Sichten ein Tatverdacht, dann kann das Geschehen aufgezeichnet werden, erläuterte der Polizeisprecher. Die an allen neuralgischen Punkten positionierten Polizisten, von denen nicht jeder als solcher zu erkennen ist, kümmern sich direkt um das Wohl der Silvesterpfadbesucher.

„Wien kann man mit Köln nicht vergleichen“

Die Polizisten sollen auch sexuelle Belästigung unterbinden, sagt Polizeisprecher Hans Golob. Wien könne man mit Köln aber nicht vergleichen.

Ring für Feuerwerk „temporär gesperrt“

Bezüglich erhöhter Sicherheitsmaßnahmen infolge des Berlin-Attentats gibt es die Möglichkeit mobiler Absperrungen: „Während des Feuerwerks am Rathausplatz wird etwa die Ringstraße temporär gesperrt. Mobile Absperrung heißt, dass wir Lkws platziert haben. So etwas wie in Berlin kann da nicht passieren“, sagte Forsthuber. Ohnedies besteht ab 20.00 Uhr von der Operngasse bis zur Stadiongasse eine Komplettsperre für den Straßenverkehr, Teilsperren gibt es bereits ab 15.00 Uhr, berichtete Golob.

Grundsätzlich sieht das Konzept vor, dass man sofort auf jedwede Situation reagieren könne, sagte Forsthuber. So lassen sich Plätze bei Bedarf rasch sperren, wie die Besucher ebenso rasch umgeleitet werden können. Zur Kommunikation mit diesen dienen dann zusätzlich insgesamt fünf „Überkopfdisplays“ sowie Lautsprecher.

„Kein Grund, die Öffentlichkeit zu meiden“

Insgesamt werde das bereits hohe Sicherheitsniveau der Silvesternacht 2015/16, mit dem man eine gute Erfahrung gemacht habe, beibehalten, schloss Forsthuber. Die technischen Absperrungen auf den Weihnachtsmärkten bleiben zudem aufrecht, so Golob.

Letztendlich soll das Feiern den Schwerpunkt am letzten Tag des Jahres ausmachen: „Es gibt keinen Grund, die Öffentlichkeit zu meiden“, sagte der Polizeisprecher - die Aufmerksamkeit der Gäste sei aber ebenfalls gefragt.

Polizei verteilt Taschenalarme in Wien
ORF
Polizei verteilte am Mittwoch bereits Taschenalarme in Ottakring

Polizei verteilt Taschenalarme

Wiener Polizisten verteilen kostenlos insgesamt 1.400 Taschenalarme, die in erster Linie Frauen in allfälligen Notsituationen zugutekommen sollen. Auch auf dem Silvesterpfad würden Taschenalarme verteilt, sagte Polizeisprecherin Michaela Rossmann, und zwar verbunden mit einem Beratungsgespräch durch Beamte.

Interessierte bekommen dazu auch einen Folder. Ziel ist es, Frauen die Handhabung dieser Alarme und das richtige Verhalten in einer gefährlichen Situation zu erklären sowie auf Notrufnummern hinzuweisen. Die Geräte, die 110 Dezibel produzieren, sollen den Täter abschrecken und die Umgebung aufmerksam machen - mehr dazu in Silvesterpfad: Polizei verteilt Taschenalarme.

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