Frauenberger: Vertreterin des linken SPÖ-Flügels

Mit dem Wechsel ins Gesundheitsressort übernimmt Sandra Frauenberger keine leichte Aufgabe. Ihr Verbleib in der Wiener Stadtregierung war nicht fix, geriet sie doch als Vertreterin des linken SPÖ-Flügels zuletzt ebenfalls in die Kritik.

Seit zehn Jahren ist Sandra Frauenberger Teil der Stadtregierung - und wird es offenbar weiterhin bleiben. Die 50-Jährige sieht sich als Gleichstellungsbeauftragte und vertritt auch in der Flüchtlingsfrage eine klare Position. So sprach sie sich klar gegen eine Asyl-„Obergrenze“ aus und meinte im Juli zu der Idee von Sebastian Kurz (ÖVP), im Mittelmeer Internierungslager für Flüchtling zu errichten: „Es ist äußerst bedenklich, dass Kurz ein Land vor den Vorhang holt, dessen Einwanderungsbestimmungen international höchst umstritten sind.“

Erfahrung als Wehsely-Nachfolgerin

Frauenberger gehört zum linken Flügel der Wiener Stadtregierung. Ihre Karriere verlief hauptsächlich im frauenpolitischen Bereich und bei der Gewerkschaft. Beruflich begann ihr Engagement 1984 mit den Eintritten in die Länderbank und in die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Innerhalb der Gewerkschaft stieg sie von der Jugendreferentin zur Frauensekretärin und 1999 schließlich zur Leiterin der Bundesfrauenabteilung auf.

SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger mit Preisträgerin
ORF
Frauenberger bei der Verleihung des Frauenpreises im vergangenen Dezember

Ab 2004 saß sie überdies im Bundesvorstand des ÖGB und im GPA-Bundespräsidium. Im Wiener Gemeinderat besitzt sie seit 2001 ein Mandat. Dass sie nun Nachfolgerin von Sonja Wehsely wird, könnte für Frauenberger ein Deja-vu auslösen. Denn bereits im Jänner 2007 folgte sie Wehsely nach - damals als Frauenstadträtin. 2015 übernahm sie auch das Bildungsressort von Christian Oxonitsch.

Bei Friedensdemo erstmals politisch aktiv

Frauenberger gründete die Wiener Zuwanderungskommission – ein Expertengremium, das Empfehlungen in Sachen Zuwanderung erarbeiteten soll. Auch das Tierschutzpaket und die stark kritisierte Novellierung des Prostitutionsgesetzes fallen unter Frauenbergers Ägide. Mitte Dezember wurde zudem eine Förderung für Kinder- und Jugendprojekte in Höhe von 30 Millionen Euro beschlossen.

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger hissen ein "Red Ribbon"
APA/Herbert Pfarrhofer
Von Vorgängerin Wehsely übernimmt Frauenberger ein schweres Erbe

Frauenberger ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sie wurde am 22. September 1966 in Simmering geboren. Erstmals politisch aktiv wurde Frauenberger als 16-Jährige bei einer Friedensdemo gegen den Kalten Krieg.

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