Secession bis 2018 in neuem Glanz

Die langen Verhandlungen haben ein Ende: Stadt und Bund haben sich über die Kosten für die Sanierung der Wiener Secession geeinigt. Sie teilen sich die Finanzierung in Höhe von knapp drei Millionen Euro.

Das Jugendstilbauwerk an der Linken Wienzeile gilt als eines der bekanntesten der Welt. Allerdings war sein baulicher Zustand zuletzt alles andere als ein Aushängeschild für die Stadt. Nach langen Verhandlungen zwischen Bund und Stadt wird das Wiener Wahrzeichen zum ersten Mal seit 30 Jahren saniert.

„Zeitplan steht bereits“

„Wir werden heuer Ende Mai beginnen und das ganze Jahr über den Außenbereich sanieren“, sagte „Hausherr“ Herwig Kempinger, Präsident der Künstlervereinigung. 2018 folgen die Arbeiten im Innenbereich, wobei man auf einen Abschluss bis zum Sommer hofft. Dabei soll die wie schon 1985/86 von Adolf Krischanitz geleitete Sanierung bei laufendem Betrieb erfolgen.

Kuppel der Secession
APA/Robert Jaeger
Kuppel der Secession

Mit das größte Sorgenkind ist dabei die berühmte Eisenkonstruktion der vergoldeten Kuppel. „Die Kuppel ist seit 30 Jahren nicht mehr saniert worden, die rostet vor sich hin“, so Kempinger - mehr dazu in Kuppel der Secession rostet bald nicht mehr und in Goldkuppel der Secession rostet. Die bis dato letzten Arbeiten an der Fassaden lägen auch schon 15 Jahre zurück. Eine künstlerische Intervention am Haus, wie man sie damals mit der Rotfärbung des Baus während der Sanierung gesetzt hatte, soll es diesesmal allerdings nicht geben: „Die rote Secession ist so gut gewesen, die kann man nicht übertreffen - deswegen versuchen wir es nicht einmal.“

„An allen Schrauben wird gedreht“

Neben der Neuvergoldung der Kuppel mit ihren 2.500 Blättern und gut 300 Beeren, werden auch die Fußböden saniert, die Klimaanlage auf die neuesten EU-Normen gebracht und der Zugang zum Beethovenfries im Untergeschoß barrierefrei. Und nicht zuletzt sollen die Kranzträgerinnen von Koloman Moser an der Rückseite des Baus rekonstruiert werden, die nach der Trennung einst von den verbliebenen Mitgliedern der Secession abgeschlagen wurden. Kurz: „Man muss nach 30 Jahren einfach wieder an allen Schrauben drehen“, so Kempinger.

Und das kostet. „800.000 Euro müssen wir selbst schultern - und da hoffen wir sehr auf unsere nationalen und internationalen Freunde“, warb der Künstlervereinigungschef um Sponsoren. „Das ist eine ziemliche Vorgabe“, konzedierte auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), auch wenn die Stadt immerhin eine Million beisteuert. Auch Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) freute sich über die „relativ rasche Lösung“ der Finanzfrage, trägt doch auch der Bund eine Million der anstehenden Kosten.

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