Wiener bewerten Tourismus positiv

Kein Thema zum sprichwörtlichen „Raunzen“ ist für die Wienerinnen und Wiener der Tourismus in der Stadt - so eine Studie von WienTourismus. Demnach sagen 90 Prozent der Befragten „Wir profitieren vom Tourismus.“

„Nur eine Stadt, die gut zu ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ist, ist auch gut zu ihren Gästen“, erklärt Tourismusdirektor Norbert Kettner die Motivation für die Befragung zur Tourismusgesinnung der Wiener Bevölkerung. Die Ergebnisse der bisher umfangreichsten Untersuchung zur Tourismus-Gesinnung der Wiener unterstreichen die positive Einstellung der Wiener Bevölkerung zum Tourismus:

  • 90 Prozent sagen: Stadt, Menschen und Wirtschaft profitieren vom Tourismus
  • Tourismusdichte: Stadt in Balance, 77 Prozent befürworten Nächtigungswachstum
  • Wachsende Sensibilität bei Sharing Economy
  • Sonntagsöffnung: 50 Prozent erkennen Bedarf für Tourismus
Eine Grafik zeigt die Meinung der Wiener zum Thema Tourismus
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Tourismus Wien

Tourismus bringt Profite für die Stadt

2016 wurden mit 6,9 Mio. Ankünften und 14,96 Mio. Nächtigungen je ein Viertel mehr gezählt als noch fünf Jahre zuvor. Dennoch hat sich die positive Einstellung der Wiener nicht signifikant verändert. 92 Prozent finden Wien im Sommer wie im Winter ein lohnendes Ziel für Touristen, 90 Prozent sehen dadurch Profite für Einwohner und Unternehmen, 82 Prozent sind stolz, dass Wien für Touristen so attraktiv ist.

Allerdings fühlen sich zwölf Prozent, also etwa einer von zehn Wienern, durch Touristen nicht mehr richtig zu Hause. Acht Prozent empfinden den Kontakt mit Touristen als eher unangenehm.

Massentourismus derzeit keine Bedrohung

Wird konkret danach gefragt, ob Wien von Touristen überlaufen ist, verneinen 40 Prozent, 26 Prozent stimmen zu. Der Rest ist unentschlossen bzw. machte keine Angaben. In Wien kommen acht Touristen-Nächtigungen auf einen Einwohner. Dass die Stadt großteils als nicht überlaufen wahrgenommen wird, sei Otto Wagner zu verdanken, der schon 1893 die Stadtstruktur einer 4-Millionen-Metropole vorsah, so Kettner. Trotzdem sei es ein strategischer Ansatz, verstärkt touristische Ziele abseits der Hauptattraktionen anzubieten - was auch 66 Prozent der Befragten als sinnvoll sehen.

Sharing Economy für 59 Prozent in Ordnung

Speziell die Vermietung von Privatwohnungen an Reisende in der Nachbarschaft stellt laut Umfrage kein großes Problem dar: 59 Prozent der Befragten verneinen, dass es sie stört, wenn Privatwohnungen in der Wohnumgebung vermietet werden. Für 15 Prozent ist dies ein Problem, 12 Prozent machten dazu keine Angabe, 14 Prozent stehen dem neutral gegenüber.

Bei Fragen nach Themen, die bewegen, wurde im Rahmen offener Antworten aber sehr wohl die Privatvermittlung über Webplattformen angesprochen, wenngleich differenziert. „Im Sinne der Tourismusgesinnung halte ich es – soweit juristisch durchsetzbar – als weiteren Schritt durchaus für überlegenswert, Privatleuten die Vermietung an Reisende ähnlich dem Londoner oder Amsterdamer Modell künftig nur noch für einen beschränkten Zeitraum zu ermöglichen“, so Kettner.

Tendenz zum Ja bei Sonntagsöffnung

Die in Wien schon lange diskutierte Frage der Sonntagsöffnung findet auch in der Tourismus-Umfrage keine eindeutige Antwort, lässt aber schon eine klare Tendenz erkennen. Bei der Frage „Welche Bereiche soll die Wiener Tourismuswirtschaft Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren besonders vorantreiben?“ hielten demnach 50 Prozent der Befragten die Öffnung von Geschäften am Sonntag für den Tourismus ‚sehr wichtig‘ bis ‚wichtig‘, 19 Prozent sind indifferent, 30 Prozent lehnen sie ab.

Die Eckdaten der Befragung

Im Rahmen der Tourismusstrategie 2020 will Wien 18 Millionen Gästenächtigungen erreichen. Um dieses strategische Wachstumsziel zu erreichen, ließ WienTourismus den Rückhalt in der Wiener Bevölkerung abfragen. Im Auftrag des WienTourismus führte die market Marktforschungs-Ges.m.b.H. & Co.KG von 12. Jänner bis 4. Februar 2016 (1.000 Personen) sowie von 18. Juli bis 19. August 2016 (1.018 Personen) eine repräsentative Umfrage unter der Wiener Bevölkerung ab 18 Jahren via Telefon- und Online-Befragung durch.

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