Mit Surfbretthalter: Wiener „Bims“ für Australien

Die Niederflur-Tramways, die Bombardier in Wien produziert, fahren in rund 20 Städten in Österreich, Europa, Nordamerika, Asien und Australien. In Brisbane ist die einzige Straßenbahn mit serienmäßigem Surfbretthalter unterwegs.

Der kanadische Luftfahrt- und Bahnkonzern Bombardier befindet sich in einer Umbauphase. Vor allem in Deutschland hat man Probleme - am heimischen Standort in der Donaustadt werden aber schwarze Zahlen geschrieben, betonte Christian Diewald, Geschäftsführer der Bombardier Transportation Austria. Immerhin produziere man hier für die ganze Welt.

Die Straßen- und Stadtbahnen aus Wien fahren in Städten „von Toronto bis China und von Palermo bis Australien“, sagt Diewald. Dort an der Gold Coast sind laut Diewald auch die weltweit einzigen Straßenbahnen mit serienmäßigem Surfbretthalter unterwegs.

Komplizierte Arbeit an Rotterdams Stadtbahn

Derzeit entsteht in der Donaustadt gerade eine neue Garnitur für das andere Ende der Welt, daneben wird an einer Stadtbahn für Rotterdam gearbeitet - eine kompliziertere Sache, schildert der Geschäftsführer. Die gesamte Technik wird - im Gegensatz zu Niederflurbahnen - unten am Fahrzeug montiert und nicht oberhalb.

„Man sieht also, dass Österreich, obwohl es klein ist, eine große Rolle auf der Welt spielen kann“, so Diewald. Aber auch daheim: Enorm wichtig für den Austro-Standort sei, dass Bombardier-Straßenbahnen „praktisch zum Herzeigen für potenzielle Neukunden“ auch in heimischen Städten wie Graz, Innsbruck oder Linz fahren.

156 „Flexity“-Straßenbahnen für Wien

Bald schon sei es ja auch in Wien so weit und es fahren die ersten Niederflur-Tramways von Bombardier namens „Flexity“ in der Bundeshauptstadt. „Das ist auch für die Mitarbeiter eine enorme Motivation.“ Ab 2018 sollen die ersten durch die Bundeshauptstadt brausen. Bis zu 156 Stück sollen es für die Wiener Linien werden - mehr dazu in Produktionsstart für neue Flexity-Bim.

FLEXITY Wien, Visualisierung
Bombardier Inc. or its subsidiaries
In Wien sind bald die neuen „Flexity“-Modelle unterwegs

Stolz ist der Geschäftsführer der Bombardier Transportation Austria auch auf den ÖBB-Zuschlag für den Pendler-Zug „Talent 3“. Denn Wien ist nicht nur das Straßen- und Stadtbahn-Kompetenzzentrum für den kanadischen Konzern, sondern rund 40 Menschen sind hier auch in der Forschung für Züge tätig. Die Garnituren werden aber in Deutschland und nicht in Österreich gefertigt.

Fast 200-jährige Geschichte in Wien

Der kanadische Konzern Bombardier hat in Österreich dank der Gründung des „Laurenzi & Lohner“ Maschinenbaus 1823 im Alsergrund quasi eine knapp 200-jährige Geschichte. Konkret kaufte Bombardier 1970 die Lohnerwerke, deren eigener Ursprung noch im 19. Jahrhundert lag. Der Wagenbauer „Laurenzi & Lohner“ konzentrierte sich zunächst auf die industrielle Produktion von Pferdekutschen.

Bombardier Werk Donaustadt
Bombardier
Das neue Fabriksgelände in der Donaustadt

1878 wurde das Werk in Floridsdorf fertiggestellt, das Areal wird bis 2007 genutzt. Nach Ausflügen in andere Produktionsbereiche startete 1910 die Tramway-Produktion vor allem für Wien, Graz und Linz. 1970 kaufte Bombardier die Lohnerwerke, 1990 wurde mit dem Niederflurwagen für die Wiener U-Bahnlinie U6 der weltweit erste Niederflurzug entwickelt. 2008 übersiedelte Bombardier schließlich auf das neue Fabriksgelände in der Donaustadt.

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