„Oase“-Betreiber will weitermachen

Auch ohne Förderung der Stadt Wien will der Obmann des Vereins „Oase des Kindes“ seine Kindergärten weiterbetreiben. Ob das möglich ist, soll nächste Woche feststehen. Rund 60 Pädagogen und 280 Kinder sind betroffen.

Am kommenden Montag und Dienstag sollen die neun Kindergärten auf jeden Fall noch offenhalten. Bis dahin erhofft Vereinsobmann Robert Wrabel Antwort darauf, ob er die Basisförderung erhalte. Bei einer Mehrbelastung für die Eltern von 100 bis 130 Euro pro Monat zusätzlich könnten die Standorte weiter betrieben werden, sagte Wrabel bei einer Informationsveranstaltung für Eltern. Er lasse derzeit prüfen, ob es möglich sei, dass Eltern, die sich diesen Betrag nicht leisten können, finanzielle Unterstützung erhalten.

Die Stadt Wien hatte dem Betreiber die Förderung gestrichen, weil er laut Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) die Stadt über die Fördervoraussetzungen getäuscht haben soll - mehr dazu in Kindergartenmisere ohne Ende.

Kindergarten Oase des Kindes
ORF
Eltern bangen um den Fortbestand der „Oase“-Kindergärten

Auch Übernahme denkbar

Sollte diese Variante - Basisförderung plus erhöhter Beitrag der Eltern - nicht klappen, könnten andere Trägerorganisationen die Standorte übernehmen. Hier gebe es bereits Gespräche, meinte er: „Ich denke, das wäre immer noch die bessere Möglichkeit, als dass alles zerfällt.“ Eine Insolvenz, wie es bereits beim Verein Alt Wien der Fall war, von dem die „Oase des Kindes“ die Standorte übernommen hatte, komme für ihn nicht infrage. Er lasse derzeit außerdem prüfen, ob es möglich sei, rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.

Eltern bangen um „Oase“-Kindergärten

280 Kinder, ihre Eltern und 60 Pädagoginnen bangen um die Zukunft der privaten Kindergärten, weil die Stadt die Förderungen eingestellt hat.

„Ich habe keinen Förderbetrug begangen“, wies er Vorwürfe der Stadt zurück, er habe diese über die Fördervoraussetzungen getäuscht. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er angeben hätte müssen, woher das Geld für die Finanzierung stammt. Die MA 10 sei davon ausgegangen, dass es sich um einen Bankkredit handle. Diesen habe er trotz großer Bemühungen jedoch nicht bekommen, sagte Wrabel.

Zusammenhang mit anderer Causa dementiert

Laut Rathaus besteht der Verdacht, dass ein anderer Kindergarten-Betreiber, gegen den wegen Untreue, Förderungsmissbrauchs und betrügerischer Krida ermittelt wird, auch Geld vom Konto der „Oase des Kindes“ an sich genommen hat - mehr dazu in Millionen an Förderungen abgezweigt. Es sei kein Geld an den Verdächtigen geflossen, versicherte Wrabel. Dieser habe keine Funktion im Verein und keinen Zugriff auf Gelder.

Wrabel räumte aber ein, dass der Verdächtige insgesamt 700.000 Euro für den Verein zur Verfügung gestellt habe: 300.000 Euro davon als Betriebsmittelkredit, den Rest aus einem Wertpapierfonds zum Ankauf der Standorte. Er habe jedoch nie geplant, das Geld mit den Fördermitteln zurückzuzahlen, versicherte Wrabel. Lediglich 5.000 Euro seien an den Verdächtigen gegangen, das sei ein Fehler gewesen. Den Betrag wolle er zurückfordern.

MA 10 informiert betroffene Eltern

Die für Kindergärten zuständige MA 10 bestätigte, dass der Betreuungsverein Oase des Kindes nicht mehr gefördert wird und mit 1.3.2017 gekündigt wurde. Die MA 10 wird Eltern von betroffenen Kindern, sofern gewünscht, bei der Suche nach einem neuen städtischen oder privaten Betreuungsplatz für Ihr Kind umfassend unterstützen.

Info-Telefon der MA 10:

01/ 277 55 55,
Mo bis Fr, 7.30 bis 18.00 Uhr

Für Informationen und Fragen wurde ein Infotelefon eingerichtet. Sollten Eltern Unterstützung bei der Suche nach einem neuen städtischen oder privaten Platz benötigen, können Sie direkt über das Infotelefon einen Termin in der zuständigen Servicestelle vereinbaren. Von 1. bis 10.3.2017 haben zudem alle Servicestellen der MA 10 ihre Öffnungszeiten verlängert und ergänzend zu den regulären Öffnungszeiten am Mittwoch für betroffene Eltern geöffnet.

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