Spitalsküchen werden ausgelagert

Aufregung gibt es um Pläne, die Küchen der Gemeindespitäler an externe Anbieter zu übergeben. Die Gewerkschaft fürchtet um Jobs sowie Qualität. Der KAV spricht von wirtschaftlichen Überlegungen, berichtet der „Kurier“.

Der Stadtrechnungshof brachte in seinem Bericht zum Küchenkonzept des Krankenanstaltenverbundes (KAV) zutage, dass eine künftige Speisenversorgung durch externe Anbieter angestrebt werde. Personal werde nach einer Umsetzung des Programms nur mehr für die Verteilung der Speisen eingesetzt werden.

Die Essensversorgung erfolgt derzeit noch über Küchen, die in den einzelnen Spitälern angesiedelt sind. Um die Abläufe effizienter zu gestalten, wurde 2013 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie empfahl die Errichtung einer KAV-eigenen zentralen Küche, die die Häuser beliefert.

KAV will Spitalsküchen auslagern

800 Jobs beim KAV stehen auf dem Spiel, weil die Spitalsküchen ausgelagert werden sollen. Die Personalvertreter sind auf den Barrikaden.

Zentralküche aufgegeben

Das Konzept der Zentralküche wurde bis 2015 verfolgt. Mittlerweile sei die Umsetzung aber aus Sicht der Rechnungshof-Prüfer unrealistisch. Eine Ausschreibung der externen Speisenversorgung für das Krankenhaus Nord läuft bereits, als nächstes soll das Donauspital an die Reihe kommen, bestätigte man im KAV gegenüber dem „Kurier“. Eine schrittweise Umstellung der weiteren Häuser werde überlegt.

Die Abkehr von der Zentralküche begründet man mit zu hohen Kosten. Die Gewerkschaft ist jedenfalls in großer Sorge. Geht es doch um die Jobs von KAV-weit knapp 800 Küchenmitarbeitern sowie 80 bis 90 Diätologen. Personalvertreterin Andrea Wadsack von der Hauptgruppe II fürchtet auch, dass die Versorgungsqualität mit einem externen Anbieter, der tiefgekühlte Speisen anliefert, leiden könnte.

„Spitalsküchen sind keine Fabriksküchen“

„Spitalsküchen kann man aber nicht mit Fabriksküchen vergleichen. Wir haben ein sehr differenziertes Patientenklientel. 60 Prozent benötigen eine Diätküche“, rechnete Wadsack vor. Sie sorgt sich auch um Patienten mit schweren Erkrankungen (z. B. Krebs), mit Intoleranzen und mit speziellem Nährstoffbedarf.

Spitalsküche
ORF
Personalvertreter fürchten um die Versorgung besonders von Diätpatienten

Für Wadsack sei es ausgeschlossen, dass ein externer Anbieter für alle Patientenbedürfnisse maßgeschneiderte Menüs anbieten könne, ohne dass es dadurch erst recht zu einem massiven Kostenanstieg kommt. Personalvertreter Heinrich Schneider schlägt vor, dass nach einer Sanierung die Küche des Wilhelminenspitals auch das Krankenhaus Nord mitversorgen soll.

„Soziale Lösungen“ für betroffene Mitarbeiter

Ein Sprecher des KAV begründete die Entscheidung mit wirtschaftlichen Überlegungen. Weiters betonte er, dass die Versorgungsqualität Bestandteil jeder Ausschreibung sei. „Grundlage sei ein Schema, das verschiedene Kostformen enthält wie Vollkost, leichte Kost, verschiedene Diätkost.“

Diese müsse auch von externen Anbietern eingehalten werden, betonte der Sprecher. Für die von der Auslagerung betroffenen Mitarbeiter will der KAV „möglichst soziale Lösungen“ finden, konkret Dienstposten in anderen Einrichtungen innerhalb des KAV.

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