Nach Zugsunglück: Railjet wieder aufgerichtet

Nach dem Zugsunglück gestern am Bahnhof Meidling kommt es weiter zu Verspätungen im Bahnverkehr. Am Vormittag wurde der teilweise umgestürzte Railjet aufgerichtet. Über die Unfallursache gibt es noch keine Informationen.

Zwei Kranwägen hoben die Waggons am Vormittag wieder in die Schienen. Danach wurden sie abgeschleppt. „Sie kommen entweder zur Reparatur oder der Rest wird entsorgt“, sagt ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger gegenüber Radio Wien. Bis die Schäden an den Gleisen behoben sind, wird es laut ÖBB noch Tage dauern.

Zur Unfallursache gibt es noch keine Informationen. Die beiden Lokführer und die Fahrdienstleiter wurden jedenfalls bereits befragt. „Die ganzen Daten wurden gesichert, die Untersuchungsstelle des Bundes nimmt das alles auf, wertet alles aus und wird dann auch darüber berichteten“, so Hahslinger.

Beweismittel gesichert

Zwei Mitarbeiter der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) dokumentierten den Unfallort mit Fotos und sicherten Beweismittel. Sie sicherten auch die Datenschreiber der beteiligten Garnituren sowie der Sicherungsanlage im Bahnhof. Diese zeichnen ähnlich wie eine Black Box in Flugzeugen alle Details zur Fahrstrecke und Geschwindigkeit auf. Auch alle Handlungen von Lokführer und Fahrdienstleiter werden registriert.

Aufräumarbeiten nach Zugkollision

Nachdem am Samstag am Bahnhof Wien-Meidling zwei Züge kollidiert sind, laufen derzeit die Aufräumarbeiten.

Weiters wurden laut Verkehrsministerium die Sprachspeicher gesichert, welche die Kommunikation von Lokführer und Fahrdienstleiter aufnehmen. Bereits in der Nacht auf Sonntag seien die Aufzeichnungen der Kameras an den Bahnsteigen gesichtet worden. Mit Ergebnissen sei in den nächsten Tagen zu rechnen.

ÖBB-Insidern zufolge dürfte der Railjet wie geplant unterwegs gewesen sein. Es war auch die Rede davon, dass der Lokführer des vom Matzleinsdorfer Platz kommenden Regionalzugs ein Signal übersehen haben könnte. Hahslinger äußerte sich dazu nicht. Am Samstag hatte er gesagt, dass ein technisches Gebrechen oder menschliches Versagen infrage kommen.

Verzögerungen im Zugverkehr

Die Aufräumarbeiten haben Auswirkungen auf die Zugsreisenden. Planmäßig sind die ÖBB noch nicht unterwegs. „Es kommt derzeit zu Verspätungen im Zugverkehr und auch zu einzelnen Ausfällen im Nahverkehr“, so Hahslinger. Im Fernverkehr ist vor allem die Südbahnstrecke betroffen. Die ÖBB raten mindestens 15 Minuten mehr Reisezeit einzurechnen.

Bei der Kollision sind am Karsamstagnachmittag neun Personen leicht verletzt worden. Todesopfer gab es glücklicherweise nicht. Das Unglück ereignete sich gegen 16.30 Uhr beim Bahnsteig fünf im Bahnhof - mehr dazu in Regionalzug mit Railjet kollidiert.

Neun Personen leicht verletzt

Insgesamt versorgte die Rettung 47 Personen, die sich im Railjet befanden. Von diesen erlitten neun - vier Männer und fünf Frauen - leichte Verletzungen. Laut Wiener Berufsrettung, die mit elf Einsatzfahrzeugen am Unfallort war, handelte es sich vor allem um Rissquetschwunden und Prellungen. Die schwerste Blessur sei ein Armbruch gewesen. 38 Personen wurden nach medizinischer Begutachtung durch die Sanitäter sofort „entlassen“, die anderen ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Einsatzkräfte befand sich ein Regional-Expresszug (REX) auf einer Verschubfahrt, als der mit 47 Personen besetzte Railjet nach Villach gegen den leeren Regionalzug prallte. Der Railjet wurde dabei teilweise aus den Gleisen gehoben und eine Oberleitung beschädigt.

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