Volleyball-Verband fordert Leumundszeugnisse

Ein Wiener Volleyball-Jugendtrainer soll mindestens fünf seiner Schützlinge sexuell missbraucht haben. Das jüngste Opfer ist ein siebenjähriges Mädchen. Der Volleyball-Verband will nun von allen neuen Trainern Leumundszeugnisse einfordern.

„Wir als Österreichischer Volleyball-Verband werden am Montag alle Vereine ersuchen, ab jetzt, wenn sie Trainerinnen und Trainer aufnehmen, ein Leumundszeugnis zu verlangen. Ich glaube, das ist das Mindeste, was man machen kann“, so Peter Kleinmann, der Präsident des Österreichischen Volleyball-Verbands gegenüber „Wien heute“.

Anlassfall ist ein Volleyball-Trainer, der vergangenen Donnerstag wegen des Verdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs, der Herstellung von Kinderpornografie und des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses festgenommen wurde.

Peter Kleinmann, der Präsident des Österreichischen Volleyballverbands
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Peter Kleinmann kündigt Konsequenzen im Verband an

Opfer acht bis elf Jahre alt

Er war laut Polizei in den vergangenen Jahren als Volleyball-Kinder- und Jugendtrainer vorwiegend für Vereine in den Wiener Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau tätig. Von 2006 bis 2016 soll er unter Ausnützung seiner Trainertätigkeit sexuelle Handlungen an ihm anvertraute Minderjährigen durchgeführt haben. Er hat vor allem Mädchen trainiert.

Trainer soll Kinder missbraucht haben

Ein Volleyball-Trainer soll zumindest fünf Kinder sexuell missbraucht haben. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft.

Den Fall ins Rollen brachte ein Zeuge im Sommer 2016. Bei einer Volleyball-Veranstaltung in Klagenfurt beobachtete er, wie der Trainer ein Mädchen unsittlich berührte. Er erstattete Anzeige und brachte somit die Ermittlungen ins Rollen, die ältere Fälle zutage brachten, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Tina Frimmel-Hesse.

Kabine Volleyball
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Übergriffe in Wien

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 60-Jährigen nun vor, dass er mit mindestens fünf Mädchen Sex gehabt haben soll. Den Großteil der Übergriffe soll der Mann in Wien verübt haben, aber es gab auch Vorfälle in einem Camp im Ausland, sagte die Sprecherin. Außerdem soll er von den acht- bis elfjährigen Opfern noch Fotos gemacht haben. Die Opfer sollen nun einvernommen werden. „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen und wissen nicht, wie viele Opfer noch dazukommen“, sagte Frimmel-Hesse. Der 60-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft teilweise geständig.

Suche nach weiteren Opfern

Der Mann befindet sich bereits in Untersuchungshaft und wird bald nach Klagenfurt überstellt. Auch die Polizei vermutet, dass es weitere Opfer des Mannes gibt. Hinweise - auch vertraulich - nimmt das Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01-31310/DW33800 entgegen.