„Bim“-Unfall: Baby trotz Notkaiserschnitt tot

Nach dem schweren Straßenbahnunfall in Wien-Simmering, bei dem eine schwangere Frau ums Leben kam, ist in der Nacht auch ihr Baby verstorben. Es wurde zuvor per Notkaiserschnitt auf die Welt gebracht.

„Trotz aller Bemühungen des Teams der Neonatologie ist das Baby in der Nacht an den Unfallfolgen verstorben. Auch beim Team herrscht große Betroffenheit“, so ein Sprecher des Krankenanstaltenverbundes (KAV) gegenüber Radio Wien.

Die Frau war mit ihrem 18 Monate alten Kind auf dem Arm in der Simmeringer Hauptstraße vor eine Garnitur der Linie 71 gelaufen - mehr dazu in Schwangere nach Unfall tot: Notkaiserschnitt. Sie erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und starb wenig später im Krankenhaus. Der Bub kam mit Knochenbrüchen davon. Ihm ging es am Freitag zumindest körperlich besser.

Straßenbahn übersehen

Die Mutter dürfte die nahende Straßenbahn der Linie 71 nicht gesehen haben, sie stieg unmittelbar davor auf die Straße, so Daniel Amann, Sprecher der Wiener Linien. Der Lenker leitete noch eine Notbremsung ein, erfasste Frau und Kind aber trotzdem. Der Fahrer erlitt bei dem Vorfall einen Schock.

Tote nach Unfall mit Straßenbahn
ORF
Die Frau überquerte die Straßenbahngleise in der Simmeringer Hauptstraße

Sowohl die Mutter als auch das Kleinkind wurden von der Rettung erstversorgt. Die Frau wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, den kleinen Buben brachte man im Krankenwagen dorthin. Die Mutter starb im Spital, Angehörige wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Laut Wiener KAV hatten Ärzte und Pfleger verzweifelt um das Leben des Babys gekämpft. Die Schwangerschaft war so weit fortgeschritten, dass zumindest theoretisch Überlebenschancen bestanden hätten. Das Team habe bis zuletzt gehofft und alles versucht, aber letztendlich verloren.

Konsequenzen für Schaulustige

Scharfe Kritik übten die Einsatzkräfte am Verhalten von Schaulustigen bei dem Unfall. Sie hätten die Einsatzkräfte behindert, der Defibrillator konnte teilweise nicht eingesetzt werden. Die Polizei droht mit verschärftem Vorgehen.

Zwei- bis dreihundert Menschen haben den Straßenbahnunfall in Simmering fotografiert und gefilmt. „Mit derart renitenten Schaulustigen und Sensationsgeilen haben wir selten zu tun“, sagt Polizeisprecher Paul Eidenberger - mehr dazu in Nach Unfall: Konsequenzen für Schaulustige.

Werbung X