Leihräder blockieren Fahrradständer

An den öffentlichen Fahrradständern in Wien wird es eng. Grund dafür sind die 900 neuen Leihfahrräder, die es seit Kurzem in der Stadt gibt. Nun werden vertragliche Rahmenbedingungen mit den Unternehmen gefordert.

Vor allem bei Touristen-Hotspots, wie etwa am Nachschmarkt wird es am Radständer eng. Neue Anbieter von Leihrädern sind seit Kurzem in der Stadt: OBike ist mit 500 gestartet, ofo aus China mit 200. Donkey Republic hat seit März ebenfalls 200 Räder in Wien.

Experte sieht rechtliche Lücke

Verkehrsexperte Harald Frey von der Technischen Universität, der auch für die Grünen arbeitet, fordert klare Rahmenbedingungen zwischen der Stadt und den Anbietern. „Wir dürfen nicht vergessen, hier nutzt ein Privater Infrastruktur, die durch Vorleistungen der öffentlichen Hand, also Steuergelder, von uns allen errichtet wurde. Da wäre es natürlich sinnvoll, zu hinterfragen, ob nicht ein Rückfluss auch monetär für die Stadt passieren könnte.“

Die Unternehmen sollen also für neue Radständer zahlen, so Frey. Auch die Radlobby Wien fordert einen Vertrag und will, dass die Nutzerinnen und Nutzer besser informiert werden. „Eine Information am Fahrrad wäre auf jeden Fall gut, über sämtliche Aspekte, wo man Fahrräder in Österreich abstellen darf“, sagte Roland Romano von der Radlobby.

In einer schriftlichen Stellungnahme von oBike heißt es gegenüber „Wien heute“: „Wir führen aktive Gespräche mit der Stadt und wir haben ihre Auflagen befolgt, die Fahrräder außerhalb der öffentlichen Radständer aufzustellen. Es kann aber sein, dass unsere Nutzer die Räder in die Fahrradständer hineinstellen.“ Genau das trifft oft zu. Immer wieder blockieren die Räder die öffentlichen Fahrradständer oder werden in der Nähe der Straße abgestellt.

Stadt noch in „Beobachtungsphase“

Rechtlich gesehen ist es den Anbietern erlaubt, die öffentlichen Radständer zu nutzen, heißt es von der Stadt. „Hier gibt es jetzt einmal als ersten Schritt eine Beobachtungsphase, mit Rückmeldungen an die Anbieter, wenn es Probleme gibt. Ende des Jahres werden wir uns zusammensetzen und schauen, ob und wo gibt es überhaupt Bedarf für neue rechtliche Rahmenbedingungen“, so Wiens Radfahrbeauftragter Martin Blum. Die Mobilitätsagentur wird schon in den nächsten Tagen Richtlinien veröffentlichen, wo Leihräder abgestellt werden dürfen.

Neben den besetzten Radständern kann es zu einem anderen Problem kommen. Die Räder von oBike und ofo müssen nicht an einem Radständer abgesperrt werden. Da es sich um ein „Freefloating System“ handelt, können die Räder überall in der Stadt abgesperrt werden.

Auf falsch abgestellte Räder, etwa auf schmalen Gehsteigen, reagieren die beiden Unternehmen laut eigenen Angaben mit lokalen Supportteams. Von ofo heißt es dazu etwa: „Werden Räder nicht richtig abgestellt, werden diese von unserem lokalen ofo-Supportteam mittels Location Service gefunden und richtig abgestellt. Dieses besteht aktuell aus fünf Personen, die sich täglich um die Räder kümmern.“

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