Gudenus will „Asylquartiere am Stadtrand“

Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ), der bald als Klubobmann ins Parlament wechselt, will für Asylwerber Quartiere in „Gebieten am Stadtrand“ schaffen. Das wäre eine Möglichkeit, so Gudenus gegenüber „Wien heute“.

Eine Ankündigung im Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ sieht vor, dass Flüchtlinge nicht mehr in privaten Unterkünften leben sollen, sondern in Quartieren. „Wenn man die Quartiere in Gegenden unterbringt, wo weniger Menschen wohnen in der Stadt, wäre das eine Möglichkeit. Es gibt in Wien genügend Gebiete am Rand wo weniger Menschen wohnen“, sagte Gudenus im „Wien heute“-Interview.

Wo genau diese Quartiere sein sollen, ließ Gudenus offen. „Das muss man sich noch überlegen, das kann man zwischen Bund und Stadt gut ausmachen. Da lade ich den Bürgermeister Häupl (Anm. Michael Häupl, SPÖ) oder seinen Nachfolger ein, sich kooperativ einzubringen“, so der künftige FPÖ-Klubobmann.

Das Interview zum Nachsehen

Johann Gudenus kündigt im Gespräch mit ORF Wien-Chefredakteur Paul Tesarek an, geschäftsführender Obmann der FPÖ Wien zu werden.

Zeigen, dass es hier „doch nicht so gemütlich ist“

Klar sei jedenfalls, dass man die Unterbringung in kleinen Gruppen vermeiden sollte. „Diese Einladung an illegale Massenmigration sollte man insofern einschränken, als dass man diesen Migranten zeigt, in Österreich ist es doch nicht so gemütlich wie alle glauben“, so Gudenus.

Laut dem Wiener Flüchtlingskoordinator Peter Hacker leben derzeit in Wien rund 13.000 Flüchtlinge in Wohnungen. „Da möchte ich dann hören, wo man sich vorstellt, wo man die 150 neuen Flüchtlingsheime in Wien errichten soll“, sagte Hacker. Außerdem würde die Unterbringung in Quartieren auch laut Rechnungshof teurer kommen.

Gudenus meint, dass Asyl nicht zur Integration führen solle. „Sondern Asyl ist ein Recht auf Schutz auf Zeit. Das ist eigentlich keine Zuwanderung, sondern ein Schutz auf Zeit“. In den vergangenen Jahren sei vor allem von der SPÖ Wien und den Grünen in der Stadtregierung Asyl und Zuwanderung „völlig vermischt und vermengt“ worden. Das sei der Fehler, „das wollen wir wieder trennen“, sagte Gudenus.

Geschäftsführender Obmann der FPÖ Wien

Auf Gudenus im Amt des Wiener Vizebürgermeisters wird Dominik Nepp nachfolgen - mehr dazu in Rochaden in Wiener ÖVP und FPÖ. Ob Gudenus bei der Wien-Wahl 2020 womöglich als Spitzenkandidat antreten wird, meinte er: „Da ist noch viel Zeit. Aber natürlich werde ich als Klubobmann im Parlament Wien nicht abhanden kommen.“ Heinz-Christian Strache habe ihn als geschäftsführenden Obmann der FPÖ Wien vorgeschlagen. „Strache bleibt Chef, ich werde die Geschäfte übernehmen, wenn die Gremien das so entscheiden“, so Gudenus.

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