AMS-Chefin: „Auch andere Förderungen“

AMS-Wien-Chefin Petra Draxl hat das Aus für die Aktion 20.000 nicht wie Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) explizit kritisiert. Das AMS habe „auch andere Förderinstrumente“. Aber es sei „schon ziemlich zugegangen“.

Die Wiener AMS-Chefin zeigte sich abwartend. Für das Wiener AMS bedeute das Ende der Aktion, dass man nun verstärkt schauen müsse, ob das AMS die gute konjunkturelle Lage auch nutzen könne. „Wir haben auch andere Förderinstrumente. Wir haben eine sehr gute Förderung für Frauen über 50 Jahre, hier zahlen wir zwei Drittel der Lohn- und Lohnnebenkosten für Betriebe“, sagte Draxl im „Wien heute“-Interview. Sie hoffe sehr, dass die gute konjunkturelle Lage den Menschen eine Chance gebe, dass „auch Menschen über 50 Jahre Arbeit finden“.

Studiogespräch mit Petra Draxl

Was das Aus der „Aktion 20.000“ für den Wiener Arbeitsmarkt bedeutet, erklärt die Chefin des Arbeitsmarktservice (AMS) Wien, Petra Draxl.

Es ist beim AMS „schon ziemlich zugegangen“

Neben dem Pilotprojekt haben in Wien bereits die Vorbereitungen für den regulären Start der Aktion 20.000 begonnen. Für rund 1.300 Stellen liefen beim Wiener AMS bereits die Bewerbungsverfahren. Beim AMS gab es wegen der Absage der Aktion nun zahlreiche Anrufe. „Es ist schon ziemlich zugegangen“, sagte Draxl.

„Aber wenn die Unternehmen schon jemanden gefunden haben und konkret wissen, wann die Person anfängt, dann wird es finanziert, wenn noch alles offen ist, kann es nicht in Piloten reingenommen werden“, so Draxl. Nun würde man beginnen bei den Firmen durchzurufen.

Brauner: „Frontalangriff auf ältere Arbeitnehmer“

Die Aktion 20.000 war vergangenes Jahr vor allem von der SPÖ forciert worden und sollte Langzeitarbeitslose in gemeinnützige Gemeindejobs bringen. Die ursprünglich auf zwei Jahre angelegte Aktion hätte 780 Mio. Euro gekostet. AMS-Chef Johannes Kopf unterstützt die Streichung des Beschäftigungsbonus und der Aktion 20.000 durch die neue Bundesregierung, da diese Programme derzeit aufgrund des „enormen Beschäftigungswachstums“ und der „brummenden Wirtschaft“ nicht notwendig seien und anderweitig besser eingesetzt werden könnten.

Aus für Aktion 20.000

„Wien heute“-Redakteurin Evelyn Kanya hat mit einem ehemaligen Arbeitslosen gesprochen, der durch die Aktion 20.000 wieder Arbeit gefunden hat.

SPÖ-Stadträtin Brauner kritisierte das Ende der Aktion als „Frontalangriff auf die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“. Koordiniert wurde das Pilotprojekt vom Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF). Hier ist man mit dem Aus für die Aktion erwartungsgemäß nicht zufrieden. Das Kostenargument der Regierung will der WAFF nicht gelten lassen, denn man „spare nun maximal ein Drittel, weil ja Arbeitslosengeld jedenfalls weiter zu bezahlen ist. Man muss davon ausgehen, wenn jemand mit 55 Jahren arbeitslos wird, dass er oder sie dann bis 65 Jahre arbeitslos bleiben wird“, sagt Alexander Juen vom WAFF gegenüber „Wien heute“.

Zwei Themen für AMS auch bei guter Konjunktur

Generell sei dass AMS, auch wenn die Konjunktur gerade gut laufe, mit zwei Dingen beschäftigt. „Das ist die Qualifizierung der Menschen, auch wenn die Wirtschaft gut läuft. Da werden wir massiv hinschauen müssen, dass es uns gelingt Menschen zu qualifizieren“, sagt Draxl. Das zweite Thema sie die Mobilität der Menschen am Arbeitsmarkt. „Weil österreichweit einfach die offenen Stellen sind. Ein flexibler Arbeitsnehmer wird hier auch positiv bewertet werden“, meint Draxl.

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