Ärztekammer gegen Videoüberwachung in Spital

Die Wiener Ärztekammer spricht sich gegen Überwachungskameras in der Notaufnahme des Wilhelminenspitals aus. Als Maßnahme gegen aggressive Patienten wird stattdessen mehr Personal gefordert.

Im Wilhelminenspital kommt es laut Personalvertretung fast täglich zu Übergriffen auf das Personal. Alleine im Dezember habe es zwei gröbere Attacken gegeben. Deshalb sollen ab Februar in der Notaufnahme Videokameras eingesetzt werden, laut Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) zur Prävention - mehr dazu in Aggressive Patienten: Kameras in Notaufnahme.

Für Wolfgang Weismüller, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, sind die Videokameras aber keine Lösung. „Das Aggressionspotenzial der Patienten steigt sicher mit der Wartezeit“, so Weismüller gegenüber Radio Wien. Das lässt sich laut Weismüller nur durch Deeskalation - sprich mehr Personal und Zeit lösen. Im „Kurier“ meinte Weismüller auch, dass nach wie vor zu viele Patienten in den Ambulanzen landen würden, die dort nicht hingehören, weil die Versorgung außerhalb der Spitäler mangelhaft sei.

Aggressive Patienten: Kameras kommen

Im Wilhelminenspital wird die zentrale Notaufnahme mit einer Videoüberwachung ausgestattet.

Mögliche Überwachung wird abgelehnt

„Ich sage nicht, dass es an besonders neuralgischen Punkten nicht eine Kamera geben könnte, aber das ist keine Lösung des Problems“, so Weismüller. Kameras in Behandlungsbereichen und Warteräumen sind für ihn „unvorstellbar“. Der Ärztekammer-Vizepräsident gab außerdem zu bedenken, dass der Dienstgeber mit Kameras auch das Personal überwachen könnte - und das lehnt Weismüller ab.

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