Empörung nach Gasthaus-Abriss

Nach dem überraschend schnellen Abriss des Gasthauses „Ottakringer Landhaus“ am Samstag haben sich viele Anrainer empört gezeigt. Der neue Besitzer verspricht „neue Lebensqualität“, 20 Wohnungen werden errichtet.

„Das war ein phantastisches Gasthaus“, „traurig, mir tut das Herz weh“, „echt schade um diese Kulturinstitution“ - so hatten Anrainer am Samstag reagiert. Auch wenn die Initiative Denkmalschutz seit November gegen die Pläne zum Abriss ausgesprochen hatte, fuhren die Bagger am Samstag auf. Das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz.

„Landhaus“ überraschend abgerissen

In Ottakring hat der Abriss der ehemaligen Gaststätte „Ottakringer Landhaus“ begonnen. Das Haus stand nicht unter Denkmalschutz.

20 Wohnungen geplant

Der neue Besitzer hat in einer Stellungnahme gegenüber ORF Wien angegeben, dass das Bauvorhaben bis Mitte Februar bei der MA37 eingereicht werden soll. Das Gebäude wurde im September 2017 von den Betreibern des Gasthauses übernommen. „Natürlich wäre es schön gewesen, hätte das Landhaus weiterbestanden. Doch einerseits ist der Liegenschaftswert mit gastronomischen Mitteln nicht zu refinanzieren, andererseits ein Gastronomiebetrieb mit dem geplanten neuen Wohnraum nicht kompatibel“, heißt es in der Stellungnahme.

Landhaus Ottakring
ORF
Der Abriss hatte in sozialen Medien für Empörung gesorgt

Der Charme des Landhauses gehe auf „die Kreativität, das Feingefühl und den Fleiß der Wirtsleute“ zurück, heißt es, „wohl weniger auf die Bausubstanz. Diese war Stückwerk, das ursprüngliche Fuhrwerkerhaus wurde mehrfach um- und ausgebaut, vor allem in den 50er- u. 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts“.

Der Bauträger verspricht am Bauplatz „neue Lebensqualität“. Rund 20 Wohnungen sollen entstehen, „ein energieeffizienter Wohnbau mit architektonischen Highlights“. Das Layout soll präsentiert werden, „sobald alle behördlichen Abstimmungen finalisiert sind“.

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