Sicherheitskonzept für „Mahü“ noch nicht fertig

Ab heute werden 78 Sicherheitspoller rund um den Rathausplatz zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen errichtet. Unklar ist hingegen die Situation auf der Mariahilfer Straße. Hier laufen die Detailplanungen noch.

Auf der belebten Einkaufsstraße soll es laut Polizei auf jeden Fall Sicherheitsmaßnahmen geben. Wie dieses aber aussehen, ist noch offen. Derzeit laufen laut Polizei und Stadt Wien noch die Detailplanungen. Denn im Gegensatz zum Rathausplatz sei die Situation auf der Mariahilfer Straße komplizierter, sagt MA 28-Sprecher Matthias Holzmüller.

„Starke Passantenströme, täglicher Lieferverkehr“

„Der Rathausplatz ist relativ easy. Es gibt eine Handvoll Firmen, die den Auf- und Abbau von diversen Festivitäten organisieren. Die kennen wir persönlich, mit denen sind wir in ständigem Kontakt. Bei der Mariahilfer Straße ist das doch ein bisschen schwieriger. Man hat starke Passantenströme, einen täglichen Lieferverkehr und all diese Dinge. All diese unterschiedlichen Interessen muss man unter einen Hut bringen, daher laufen da noch die Planungen“, sagt Holzmüller.

Grafik zu geplanten Sicherheitsmaßnahmen in Wien
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Stadt Wien/Polizei

Ende Oktober des Vorjahres hatte die Stadt bekanntgegeben, am Rathausplatz, der Kärntner Straße und der Mariahilfer Straße Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen - mehr dazu in Wien bekommt Poller als Terrorbarrikaden. Auf der Kärtner Straße sollen die Arbeiten Mitte April starten. Dort sind auf Höhe der Walfischgasse elf Poller vorgesehen. Sie sollen ab Mitte April aufgestellt werden.

Zeitplan wackelt

Ursprünglich hätten die neuen Sicherheitspoller bis zum Beginn der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im Juli fertig gestellt werden sollen. Dieser Zeitplan wackelt nun. Wann mit den Bauarbeiten auf der Mariahilfer Straße begonnen werden kann, ist ohne Detailplanung unklar.

Die Poller am Rathausplatz werden jenen gleichen, die bereits am Ballhausplatz errichtet wurden. Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Rathausplatz und auf der Kärntner Straße belaufen sich auf rund 840.000 Euro und werden von der Stadt Wien übernommen, hieß es im Vorjahr.

Bauarbeiten am Rathausplatz begonnen

Die Bauarbeiten am Rathausplatz haben am Montag planmäßig mit den ersten Aufgrabungen an der Ecke Felderstraße begonnen. Ab Ende der Woche wird dann auch an der Ring-Seite und an der Ecke Lichtenfelsgasse gewerkt. In spätestens sechs Wochen soll alles erledigt sein.

Ein Großteil der Hindernisse werde fix verankert, sagte Holzmüller. Einzelne Poller werden allerdings so montiert, dass sie bei Bedarf herausgehoben werden können. Damit sei die Zufahrtmöglichkeit für Auf- und Abbauarbeiten für die zahlreichen Events am Rathausplatz weiterhin gegeben, hieß es.

Der erste Poller soll übrigens Mitte nächster Woche errichtet werden. Beim Steiermark-Frühling, der von 5. bis 8. April vor dem Rathaus stattfindet, dürfte dann das Gros der Hindernisse - sie gleichen übrigens jenen, die schon am Ballhausplatz errichtet wurden - schon stehen.

Blutige Serie von Anschlägen mit Lkw

Auf dem Rathausplatz gab es bisher schon provisorische Maßnahmen, mit denen mögliche Terrorangriffe abgewehrt werden hätten sollen - mehr dazu in Säulen und Mulden als Terrorschutz. Auch Schloss Schönbrunn hat vorgesorgt und in den Zufahrten Poller einbauen lassen - mehr dazu in Schloss Schönbrunn bekommt Poller.

Die Diskussion um Abwehrmaßnahmen gegen Terrorangriffe war entflammt, nachdem es in mehreren europäischen Städten Selbstmordanschläge gegeben hatte, bei denen die Attentäter Lkw stahlen oder mieteten und damit dann in die Menschenmengen rasten. So geschehen etwa auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin, in New York, in Barcelona, London, Stockholm, bei der bisher tödlichsten Attacke von Nizza, aber auch in Graz.

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