Albertina zeigt Lieblingswerke des Direktors

In der Albertina bedient der Chef persönlich - zumindest in der neuen Fotoausstellung „The Director’s Choice“. 120 Werke aus dem Bestand des Hauses sind zu sehen, die Klaus Albrecht Schröder nach eigenem Geschmack selektiert hat.

Herausgekommen ist eine zunächst willkürlich wirkende Schau, die durch ihre Gegensätze verbunden ist. Chronologie sei nicht sein Ziel gewesen, bekannte Schröder vor Journalisten auch offen die Idee hinter der Ausstellung: „In Tat und Wahrheit ist das ja ein bisschen anmaßend, weil damit ein Subjektivismus zum Ausdruck kommt, der der Bandbreite der Sammlung nicht gerecht wird.“ Knapp zwei Jahrzehnte nach Gründung der eigenständigen Fotosammlung unter seiner Ägide, erlaube er sich diesen Schritt jedoch ausnahmsweise.

Unterschiede und Gegensätze

So ist der Rote Faden der primär in Schwarz-Weiß gehaltenen Schau die bunte Kontrastierung ihrer Hängung. Dach- und Schneelandschaften, Stadt und Land, Pornografischer Akt und antikisierende, nackte Metapher, Wien und Paris finden sich hier nebeneinander.

Die Vereinigung der gemälde-imitierenden Porträtfotografie eines Rudolf Koppitz und der scheinbar schonungslos-realistischen Darstellung der Modelle durch Erwin Blumenfeld offenbart Unterschiede und Gegensätze, die mehr auf den Sehenden hinter der Kamera als die Motive selbst verweisen.

Veranstaltungshinweis:

„The Director’s Choice“ in der Albertina, 1010 Wien von 7. März bis 10. Juni.

Alte Bekannte, neuer Kontext

Man könne bei „Director’s Choice“ das vergleichende Sehen üben - was ebenso viel über die Schau wie ihn selbst aussage, sinnierte Schröder: „Mir ist es darum gegangen, diese Fotografien in einen Dialog zu bringen.“ Und dieser Dialog zieht sich von der frühen Phase der Fotografie mit den bekannten Wien-Aufnahmen der K.k. Hof-und Staatsdruckerei aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu den Farbaufnahmen amerikanischer Straßenszenen von William Eggleston bis Stephen Shore.

Die bewusst unscharfen, grobkörnigen Straßenarbeiten eines William Klein stehen im Gegensatz zu den aufwendig inszenierten Szenerien eines O. Winston Link. Dem regelmäßigen Albertina-Besucher werden dabei viele der gezeigten Arbeiten bekannt vorkommen. Aber es sind alte Bekannte, die man in einem neuen Kontext entdecken kann.

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