Technologie gegen Besucherstau

Im Schloss Schönbrunn kommt erstmals weltweit ein in Wien entwickeltes Besuchermanagementsystem zum Einsatz. Damit wird gemessen, wo Besucher am längsten verweilen. Damit soll Gedränge in den Räumen vermieden werden.

7.400 Besucher strömen täglich ins Schloss Schönbrunn - diese Daten kennen die Museumsleiter bereits. Die meisten kommen aus China, die beliebtesten Besuchszeiten sind Ostern und der August. Andere Daten waren lange ein Rätsel, wie Stefan Spitzhofer vom Schloß Schönbrunn erzählt: „Wie lange halten sich die Besucher im Schloss auf, wann sind sie wieder draußen, wie verteilen sie sich an einem Tag und das sind eben genau die Fragen gewesen.“

Besucher im Schloss Schönbrunn
ORF
Besucherstau soll demnächst der Vergangenheit angehören

Zehn Jahre Forschungsarbeit

Fragen, die nun durch eine Innovation des Austrian Institute of Technology (AIT) beantwortet werden. In zehn Jahren Forschungarbeit, wurde ein digitales Besuchermanagementsystem entwickelt, sagt Stefan Seer vom AIT: „In der ersten Phase fassen wir die Besucherbewegungen und die Verweildauer von den verschiedensten Besucherinnen und Besuchern. In der zweiten Phase füttern wir diese Daten in ein Planungstool hinein.“

Die Auswertung der Besucherströme zeigt ein - fast logisches - Ergebnis: Je länger der Text der Audioguides, umso länger verweilen Touristen im Raum. Gedränge vermeiden, lautet nun das Ziel. „Also wenn wir sehen in der Simulation in gewissen Räumen entstehen Engpässe oder da gibt es Flaschenhälse dann können wir da ansetzen und als Maßnahmen Audioguide-Texte verkürzen in diesen Räumen“, sagt Spitzhofer.

Besucher im Schloss Schönbrunn
ORF/AIT
Die Grafik zeigt, wo sich Besucher am längsten aufhalten

Schlafgemach als Besucher-Staupunkt

Am längsten halten sich die Besucher im Schlafgemach Kaiser Franz Josephs auf und erfahren dort, dass er täglich um vier Uhr aufstand und betete. Um an die Besucherinformationen zu kommen, wurden sechs Sensoren installiert. Das Besuchermanagementsystem hat das AIT zuvor auch anderswo getestet, so Seer: „Da stecken ganz viele Erfahrungen der letzten Jahre gerade im Bereich der Analyse von Personenströmen, gerade in der Mobilität wie zum Beispiel Flughäfen oder Bahnhöfe.“

Technik gegen Besucherstau in Schönbrunn

Im Schloss Schönbrunn kommt erstmals weltweit ein Besuchermanagementsystem zum Einsatz. Damit wird gemessen, wo Besucher am längsten verweilen.

Während es auf Bahnhöfen und Flughäfen ums rasche Vorankommen geht, heißt es in Schönbrunn Kunstwerke ausgiebig bewundern. Großes Menschengedränge soll es bald nur mehr auf den Bildern geben, wie vor 250 Jahren bei der Hochzeit von Joseph des zweiten.

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