Ein Theatersommer für Jedermann

„Die lustigen Weiber von Windsor“, „Robin Hood“, „Jedermann oder Der Tod steht ihm gut“ und viele weitere Produktionen stehen heuer im Angebot der Sommertheater-Bühnen in Wien und naher Umgebung. wien.ORF.at hat den Überblick.

Das Wiener Lustspielhaus Am Hof feiert mit „Jedermann oder Der Tod steht ihm gut“ von Franzobel sein zehnjähriges Jubiläum. Von 18. Juli bis 30. August ist die Adaption des Hugo von Hofmannsthal-Klassikers im berühmten Zeltpalast zu sehen. Das Publikum darf sich eine volksvergnügliche, lustvolle Tragikomödie erwarten - mehr dazu in Zehn Jahre Lustspielhaus mit „Jedermann“

Die Geschichte handelt vom Jung-Couturier Koloman „Mandi“ Jedermann, der das Modelabel „Yedermann“ betreibt. Dieser feiert mit seiner Champagner liebenden Mutter, einer Buhlin mit Dativschwäche namens Isabella Kartoffelkeller und seinem Spezi Ambrosius Kipferl im City-Rokoko-Loft und lästert über den Jedermann am Domplatz. Und dann erwacht plötzlich der Tod aus seiner Ohnmacht, der sich zuvor in das Atelier geschlichen hatte und niedergeschlagen wurde.

Sophie Aujesky, Ben Marecek, Adi Hirschal, Gabriela Benesch, Lustspielhaus
Lisa Hetzmannseder
Unter Intendant Adi Hirschal gibt Ben Marecek sein Debüt als Wiener Jedermann. Ihm zur Seite stehen Sophie Aujesky (Buhlin) und Gabriela Benesch (Mutter)

„Lustige Weiber“ in Klosterneuburg

Mit Otto Nicolais populärer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ steht bis 30. August ein musikalisches Meisterwerk an Witz auf dem Spielplan der „operklosterneuburg“. Intendant Michael Garschall präsentiert ein junges Schauspielerensemble und einen musikalisch leichten Abend voller Ohrwürmer wie „Als Büblein klein an der Mutter Brust“ im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg.

Die Geschichte erzählt vom in die Jahre gekommenen Möchtegern-Casanova Sir John Falstaff, der über die Herzen zweier verheirateter Frauen an deren Geld will. Blöderweise bemerken die Damen, dass sie beide Liebesbriefe von Falstaff erhalten. Gemeinsam entwerfen sie einen Plan, wie sie dem dreisten Frauenheld einen Denkzettel verpassen können.

Die lustigen Weiber von Windsor
Marcel Gonzalez Ortiz
Frauenpower mit Dshamilja Kaiser, Talia Or und Sarah Tuleweit im Kaiserhof

„Sommernachtstraum“ auf Schloss Pötzleinsdorf

Die romantischen Gärten von Schloss Pötzleinsdorf verwandeln sich bis 11. August einen Monat lang für William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ in die Wälder rund um Athen. Das Stück wird an verschiedenen Abenden sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache aufgeführt. Regie führt Eric Lomas. Bei Schlechtwetter finden die Vorstellungen im Festsaal des Schlosses statt.

Das Stück verfolgt die abenteuerlichen Erlebnisse vier junger Liebender, die nachts aus dem engen Korsett des Athener Hoflebens in die Freiheit der Wälder ausbrechen. Doch der Wald ist auch Heimat der Feenkönigin Titania, ihrem Gemahl Oberon und seinem treuem Begleiter Puck. Die Feenwelt ist nach einem Streit zwischen Oberon und Titania aus den Fugen geraten und als sich zu den mythischen Elfen die Liebenden und schließlich auch noch eine Gruppe Amateurschauspieler gesellen, ist das Chaos perfekt.

Ein Sommernachtstraum
Hannah Neuhuber
„Ein Sommernachtstraum“ im Garten von Schloss Pötzleinsdorf

„Robin Hood“ auf der Tschauner Bühne

Bis 14. September ist „Robin Hood und die Girl Gang vom Sherwood Forest“ im Off-Musiktheater „Tschauner Reloaded“ zu sehen. 
Mutig, frech und unerschrocken stellen sich Robin Hood und die Girl Gang vom Sherwood Forest auf die Seite der Ausgebeuteten und sorgen mit unkonventionellen Mitteln für Recht und Gerechtigkeit. Geboten werden überraschende Wendungen, rasanter Slapstick, rockige Klänge - und endlich 
die ungeschminkte Wahrheit über Robin Hood.

Sendungshinweis:

„Wien heute“, 13. Juni 2013

Mit „Die Geierwally“ ist bis 28. September eine weitere Produktion nach einem Roman von Wilhelmine von Hillern auf der Tschauner Bühne zu sehen. Das Stück handelt von Walburga Stromminger, der hübschen Tochter des reichsten Bauern im Tal. Sie zeigt den Jungs, wo es lang geht. Nur einer lässt sie schwach werden, der Bärenjosef. Der ist aber nicht so leicht zu beeindrucken, und auch ihr Vater hätte gerne einen anderen Schwiegersohn. Dem Publikum wird eine Geschichte von leidenschaftlicher Liebe, brennender Eifersucht, wilden Rhythmen und ein Sommerabend voller Sinnesfreude geboten.

Robin Hood, Tschauner Bühne
Christoph Boehler
„Robin Hood“ oder „Die Geierwally“ als Sommertheater-Höhepunkte

„Der Revisor“ auf Burg Perchtoldsdorf

Nikolaj Gogols „Der Revisor“ wird in der Weltliteratur als „die genialste russische Komödie“ bezeichnet. Bis 25. Juli steht das Stück bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf in einer Neuübersetzung von Andrej Iwanowski und der künstlerischen Leitung von Barbara Bissmeier am Programm. Bei Schönwetter wird im Burghof gespielt, bei Regen steht mit dem neuen Burgsaal eine moderne, bestens ausgestattete Ersatzspielstätte zur Verfügung.

Die Geschichte: In einer russischen Provinzstadt hat jeder, der Rang und Namen hat, Dreck am Stecken: Veruntreuung öffentlicher Gelder, Bestechung und Amtsmissbrauch gehören zum Alltag. Die Nachricht von der bevorstehenden Ankunft eines inkognito reisenden Revisors löst Panik aus. Die gröbsten Missstände müssen beseitigt und vertuscht werden. Ein durchreisender Fremder, in dem man den Revisor zu erkennen meint, kommt in den Genuss der Freuden des Lebens und nimmt diese bereitwillig an.

Burg Perchtoldsdorf
Manfred Horvath
Die umgebaute Burg Perchtoldsdorf bietet eine beeindruckende Theaterkulisse

„Attila“ im Theater an der Wien

Das Theater an der Wien zeigt bis 18. Juli die Oper „Attila“ mit Musik von Giuseppe Verdi und einem Libretto von Temistocle Solera und Francesco Maria Piave. Das Stück basiert auf dem Drama „Attila, König der Hunnen“ von Friedrich Ludwig Zacharias Werner und handelt vom Kampf zwischen den heidnischen Eindringlingen und dem christlichen Italien. Im Stück gelingt es der italienischen Herrscherstochter Odabella den Angreifer Attila zu verführen und mit dem Schwert zu töten.

Für die blutrünstige Geschichte schuf Giuseppe Verdi mitreißend geradlinige Chöre, Arien und Duette mit weitausgreifenden Melodien. Das Werk steckt voller Energie und stammt unverkennbar aus Verdis erster Erfolgsphase. Unter der Leitung von Riccardo Frizza werden unter anderem das ORF Radio-Symphonieorchester und der Arnold Schoenberg Chor die Musik zum Besten geben. Regie führt Peter Konwitschny.

„Theater zum Himmel“ im Hörbigerhaus

Bereits zum 5. Mal verwandelt sich die Hörbigervilla in Döbling während der schönsten Jahreszeit in das „Theater zum Himmel“. Am Programm stehen bis 1. September Kabarettvorstellungen, Liederabende und zahlreiche szenische Lesungen.

Maresa Hörbiger, Konstanze Breitebner, Wolfgang Hübsch und Joseph Lorenz bereiten beispielsweise mit „Der Heiratsantrag“ und „Der Bär“ zwei Einakter von Anton Tschechow auf. Außerdem wird „Amok“ von Stefan Zweig von Joseph Lorenz vorgetragen. Und Herbert Föttinger und Sandra Cervik lassen die ehemalige „Josefstadt“-Produktion „Love Letters“ von Albert Ramsdell Gurney im „Theater am Himmel“ wieder aufleben.

Operettensommer macht Pause

Der Wiener Operettensommer übersiedelt für die kommenden Spielzeiten in den Arkadenhof des Wiener Rathauses. Durch die damit verbundenen Ausbauarbeiten findet heuer keine Produktion statt. „Wir freuen uns auf den Quantensprung, die Neueröffnung und auf die nächste Spielzeit August 2014“, so die Veranstalter.

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