Naturkosmetik im Trend

Wer bewusst auf künstliche Inhaltsstoffe und Konservierungsmittel verzichten möchte, greift auch bei Körper- und Gesichtspflege lieber zu Naturkosmetik. „Radio Wien“-Beauty-Expertin Helga Fiala über den Unterschied zu konventioneller Kosmetik.

Geht man unbedarft an die Sache heran, so kann man sagen, Naturkosmetik verwendet für Pflegeformeln natürliche Inhaltsstoffe und ist durch Zertifizierungen und Siegel für den Verbraucher erkennbar. Naturkosmetik bedient sich ausschließlich haut- und umweltfreundlicher Rohstoffe und verzichtet auf synthetische Zusätze.

Das ist in Naturkosmetik nicht drin

Naturkosmetik ist – im Gegensatz zur konventionellen Kosmetik – beispielsweise frei von Silikonen, Paraffinen/Erdölderivaten, Weichmachern, Mikroplastik und synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. An deren Stelle setzt die Naturkosmetik zum Beispiel auf Grundlagen aus natürlichen Ölen und naturnahen Derivaten, die die Haut gut erkennen kann.

So enthalten zum Beispiel Öle Fettsäuren, die auch in der Haut vorhanden sind. Diese Fettsäuren stärken die Hautbarriere und befeuchten eine trockene Haut wieder. Silikonöle sind zwar gut verträglich und fühlen sich auch gut an, haben aber keine Wirkung, da sie Trägersubstanzen sind.

Naturkosmetik
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Das ist in Naturkosmetik drin

Die natürliche Schönheitspflege erzielt die Wirkeffekte mit natürlichen Inhaltsstoffen, die größtenteils aus dem Bio-Anbau stammen, wie Pflanzenfetten, Feuchtigkeitsspendern wie Rosenwasser und Glyzerin oder Pflanzenextrakten. Es kommen Naturfarben und natürliche Aromen zum Einsatz oder auch milde Tenside auf Kokosöl- und Zuckerbasis.

Möglichkeiten der Naturkosmetik

Im Unterschied zu herkömmlicher Kosmetik basiert Naturkosmetik auf Stoffmischungen, die überwiegend aus weiterverarbeiteten Naturstoffen bestehen. Für die Gewinnung und Weiterverarbeitung sind jedoch nur bestimmte physikalische Verfahren, wie zum Beispiel Trocknen oder Pressen, erlaubt.

Sendungshinweis:

„Radio Wien“ am Wochenende, 3.6.2017

Dadurch ergeben sich automatisch Einschränkungen beim Einsatz von bestimmten Wirkstoffen, wie sie etwa in Antitranspirantien, Sonnenschutzmitteln oder Haarfarben verwendet werden. Die Produktpalette ist in diesen Bereichen der Naturkosmetik daher häufig kleiner als bei herkömmlicher Kosmetik.

Bioprodukte

Bio bedeutet, dass die Inhaltstoffe aus nachhaltigem Anbau und nachhaltiger Verarbeitung kommen müssen. Das kann bei Naturkosmetikprodukten der Fall sein, muss aber nicht. So kann zum Beispiel Rosenöl von Rosen aus biologischem Anbau kommen, aber auch aus Anbau, bei dem mit konventionellen Spritzmitteln gearbeitet wird.

Naturkosmetik und Allergien

Wer unter einer Allergie leidet, sollte bei Naturkosmetikprodukten ebensolche Vorsicht walten lassen, wie bei konventioneller Kosmetik. Da Gräser und Blütenpollen Allergien auslösen können, gilt das auch für Produkte, in denen solche Gräser oder Blüten verarbeitet wurden. Auch reine ätherische Öle können Allergien auslösen.

Zertifizierte Naturkosmetik

Der Begriff «Naturkosmetik» ist in Europa nicht geschützt. Es gibt viele verschiedene Siegel und Zertifizierungen. Diese geben zum Beispiel Auskunft über den prozentuellen Anteil von natürlichen Inhaltstoffen am Produkt oder darüber, dass keine Tierversuche durchgeführt wurden.

Es gibt aber kein europaweit gültiges Siegel für 100% reine Naturkosmetik. Deshalb ist es zuweilen sehr schwierig für den Konsumenten, sich zu orientieren.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Liste der Inhaltsstoffe nachzulesen, um herauszufinden, was in dem jeweiligen Kosmetikprodukt enthalten ist.

INCI Liste

Die Kennzeichnung der Inhaltsstoffe erfolgt nach dem EU-weit einheitlichen System der International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, kurz INCI genannt. Die Inhaltsstoffe sind nach Gewicht in abnehmender Reihenfolge aufgelistet. Inhaltsstoffe, die weniger als ein Prozent Anteil am Produkt haben, können am Ende der Liste in beliebiger Reihenfolge angegeben werden.

Die INCI-Kennzeichnung gilt für alle vorhandenen Inhaltsstoffe im Produkt und setzt sich aus einer chemischen Fachbezeichnung sowie lateinischen Pflanzennamen zusammen. Die Liste ist auch online abrufbar.

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