100 Tage Frühling im Topf

Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Krokusse sind Frühlingsboten für alle. Egal ob Garten oder Balkon, Radio Wien-Pflanzenexperte Karl Ploberger pflanzt ein Blumenzwiebel-Beet in den Blumentopf.

Gepflanzt wird nach der sogenannten „Lasagne-Methode“, also etagenweise. So kann man auf kleinstem Raum eine bunte Frühlingsblüte schaffen, die bis zu 100 Tage ein Blickpunkt ist. Man braucht dazu einen möglichst großen Blumentopf. Ob Ton oder Plastik bleibt jedem überlassen. Kunststoff kann im Winter ein wenig praktischer sein, wenn man keine Chance hat das Arrangement vor starken Frösten zu schützen. Der Mindestdurchmesser sollte 50 cm sein.

Sendungshinweis:

„Gut gelaunt in den Tag“, 6. Oktober 2017

Wichtig sind ausreichend Anzuglöcher, eine Drainageschicht aus Splitt oder Tongranulat, ein Vlies zur Trennung von der Erde und ein Substrat, das mit Sand und Tongranulat vermischt und damit besonders durchlässig ist. Als Dauerdünger mischt man einen Biodünger unter. Nach Drainageschicht und Vlies kommen etwa 15 cm Erde in den Topf.

Dort werden als erstes die ganz hohen Zierläuche gepflanzt (z.B. Globemaster), dazwischen kann man gleich einige hohe Narzissen („Golden Harvest“) in der Mitte des Topfes platzieren. Dann kommt wieder eine Schicht Erde. Nun werden außenrundherum die kleinblütigen Narzissen („Thalia“) gesetzt, in der Mitte die erste Schicht an Tulpen. Dann wieder eine Schicht Erde und die nächste Ebene an Tulpen – ebenfalls in der Mitte und wenn geht immer „auf Lücke“ zur unteren Ebene. Also in diesem Fall nicht zu viel Erde einfüllen.

Töpfe mit Zwiebelblumen
colourbox.de
Zwiebelblumen im Topf

Bei Frost schützen

Dann etwas mehr Erde und Hyazinthen platzieren. Die Sorte Multiflora ist dafür besonders gut geeignet. Wieder eine Schicht Erde und nun kommen die Mini-Blüher – Krokus, Blausternchen, Schneeglöckchen und Winterlinge. Abdecken mit Erde und wer will kann hier noch einige Hornveilchen oben auf setzen. Der Topf wird nun gut angegossen und bleibt im Freien. Nur dann, wenn es extrem kalt wird sollte man ihn geschützt in eine Garage oder gut eingepackt zu einer Hauswand stellen.

Wird es im Frühjahr dann wärmer, dann sofort auspacken und ins volle Sonnenlicht stellen. Nur so wachsen die Zwiebelblumen kompakt. Das große Blühen beginnt dann im Februar mit den Schneeglöckchen und den Winterlingen. Gefolgt von den Krokussen und Blausternchen. Gleich danach werden sich die Blätter der Narzissen herausschieben. Da kann es passieren, dass sie andere Zwiebel ausheben. Dann einfach festdrücken. Tulpen folgen und bilden einen regelrechten Blumenstrauß, wenn man sie dicht genug gepflanzt hat.

Zum Finale kommen dann die großen Blütenkugeln des Zierlauchs, der dann Ende April erblüht – 100 Tage Frühling gehen damit zu Ende. Die Zwiebeln in dieser Phase gut feucht halten und ab und zu flüssig düngen. Dann einziehen lassen und wenn ausreichend Zeit zum Kraft tanken gewährt wurde, gibt es auch im kommenden Jahr mit diesem Topf eine Frühlings-Attraktion.

Die Einkaufsliste für den Blumenzwiebeltopf

Allium: Ob große Blütenkugeln oder kleine, ob violett oder weiß. Mein Favorit: „Globemaster“, denn der blüht extrem lange. Extrem robust und alle Jahre wiederkehrend: Allium aflatunense.

Narzissen: Die Klassiker, die eigentlich unverwüstlich sind: Die Topsorte: Thalia als kleinblütige weiße Sorte. Golden Harvest mit den großen gelben Blüten

Tulpen: Hier ist die Auswahl enorm. Immer auf die Höhe achten. Bei kleinen Töpfen unbedingt zu den herrlichen, robusten Wildtulpen greifen.

Hyazinthen: Die Zwiebelblume der 70er Jahre. Gewinnt mit einigen mehrblütigen Sorten wieder an Beliebtheit.

Schneeglöckchen: Da muss man nicht viel dazu sagen. Ganz wichtig: möglichst rasch pflanzen, die kleinen Zwiebeln trocken sonst aus und blühen dann erst im zweiten Jahr.

Winterlinge: Die Frühaufsteher, die das Gartenjahr einläuten. Knollen vor dem Pflanzen unbedingt über Nacht in Wasser legen.

Krokusse: Ob die kleinen botanischen oder die großen – alle gehören zum Frühling. Ein Muss im Blumenzwiebeltopf.

Blausternchen: Ideal auch zum verwildern. Einfach auf die Erde streuen und mit einer dünnen Schicht Erde bedecken.

Alle Tipps des Radio-Wien-Pflanzenexperten Karl Ploberger können Sie hier nachlesen.

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