Vom Pavillon zur Kunstzentrale

Was 1958 als Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel begann, wird nun umgebaut und saniert als Kunstzentrale weitergeführt: Das vom Belvedere betriebene 21er Haus wurde am Dienstag offiziell eröffnet.

Es war ein Entwurf des österreichischen Architekten Karl Schwanzer, der 1956 zum Sieger im Wettbewerb um den Österreich-Pavillon in Brüssel gekürt wurde. In Sichtweite des Atomiums sollte „mit minimalem Aufwand maximaler Effekt erzielt werden“, so der 1975 verstorbene Schwanzer. Die VÖEST errichtete auf einem Stahlskelett ein 40 mal 40 Meter großes Ausstellungsgeschoß in sechs Metern Höhe auf vier Stützen. Das Gebäude erhielt 1958 den „Grand Prix d’Architecture“.

Der Pavillon lebte nach der Weltausstellung weiter. Am 20. September 1962 wurde das Gebäude als „Museum des 20. Jahrhunderts“ im Schweizer Garten zwischen Arsenal und Südbahnhof eröffnet. Schwanzer hatte den Pavillon umgebaut und unter anderem das Erdgeschoß verglast, den Hof überdacht und Fassaden verändert.

Bildershow vom neuen 21er Haus

Knapp 32 Millionen in Umbau investiert

Das Museum, bald als „20er Haus“ bekannt, wurde nicht nur mit Ausstellungen, sondern auch mit Filmen und Konzerten bespielt. Es entwickelte sich unter den ersten Direktoren Werner Hofmann und seinem Nachfolger Alfred Schmeller zu einem Hot-Spot der Kunstszene. Nach der Gründung des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Mumok) und dessen Einzug in das Palais Liechtenstein wurde das 20er Haus als Wechselausstellungs-Dependance geführt.

Außenansicht des Museums 21er Haus

APA/Georg Hochmuth

Im Frühsommer 2002 übernahm das Belvedere das 20er Haus. Adolf Krischanitz, ein Schüler Karl Schwanzers, gewann den Wettbewerb um den Umbau. Tiefgeschoße bieten nun Platz für die Wotruba-Stiftung und die Artothek des Bundes, die in das Haus einzogen. Die Gesamtkosten für den Umbau betrugen rund 31,9 Mio. Euro. Der Spatenstich erfolgte am 13. Juni 2008, die Fertigstellung am 20. September 2011.

Neues 21er Haus für jüngere Kunstgeschichte

Als Eröffnungsausstellung werden unter dem Titel „Schöne Aussichten“ bis 8. Jänner 2012 Arbeiten von Lucio Fontana, Andrea Fraser, Marcus Geiger, Florian Thorsen, Lois Weinberger, Franz West und Heimo Zobernig gezeigt. Jährlich sollen im 21er Haus drei große Ausstellungen in einem Fünf-Tages-Betrieb gezeigt werden. Agnes Husslein-Arco bezifferte den zusätzlichen Budgetbedarf dafür mit 4,5 Mio. Euro - mehr dazu in wien.ORF.at.

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