Ringstraßen-Fahrspur für Radfahrer?

Der Grüne Christoph Chorherr hat laut über die Zukunft der Wiener Ringstraße nachgedacht. Es sei vorstellbar, dass es künftig für Autos eine Fahrspur weniger gibt, die Radfahrern zur Verfügung stehen soll. ÖVP und FPÖ lehnen dies ab.

„Es ist auch kein Naturgesetz, dass auf der Ringstraße dreispurig Autos fahren. Lange wird es nicht mehr dauern, bis es auch dort zu größeren Veränderungen kommt“, schrieb Chorherr in einem „Kommentar der Anderen“ in der Tageszeitung „Der Standard“. Gegenüber „Radio Wien“ präzisierte der Grüne Gemeinderat und sprach von einem „lauten Nachdenken über den Ring“.

Drei Spuren „nicht in Stein gemeißelt“

Entlang der Ringstraße führe der am dichtesten befahrene Radweg Wiens. Die Grünen sollten auch an übermorgen denken, wie etwa die Ringstraße in zehn Jahren aussehen könnte, so Chorherr. Die Grünen erwarten, dass der Autoverkehr künftig zurückgehe und der Verkehr rund um die Innenstadt nicht mehr drei Spuren benötige.

Die frei werdende Fahrspur könnte, so Chorherr, für Radfahrer frei gegeben werden. Das sei keine keine konkrete Forderung und stehe auch nicht im Regierungsübereinkommen, betonte Chorherr. Aber dass der Verkehr auf drei Spuren fahren darf, sei nicht in Stein gemeißelt.

Chorherr verwies auf die Ringsperre während der Fußball-Europameisterschaft in Wien. Damals sei die Ringstraße „einfach für sechs Wochen gesperrt worden. Wir finden das schön, wenn längerfristig, vielleicht in zehn Jahren, vielleicht schon früher, der Ring anders aussehen würde“, so Chorherr.

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ÖVP und FPÖ lehnen ab

Die laute Überlegung Chorherrs reiht sich ein in verkehrspolitische Diskussionen über Parkpickerl, Tempo-30-Zonen in der Nacht und Radfahr-Highways. Der Landesparteiobmann der Wiener ÖVP, Manfred Juracka, reagierte darauf mit der Frage, ob die „Jagdsaison gegen Autofahrer“ weitergehe? Zudem trete sie für eine „Verkehrspolitik mit Augenmaß“ ein.

FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik bezeichnete die „Vision“ Chorherrs als „Blödsinn“. Der Ringradweg-Neu würde die Wiener Steuerzahler bis zu acht Millionen Euro kosten. Die Sperre eines Fahrsteifens könne daher „nur als schwaches Witzerl“ betrachtet werden.

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