Radjahr 2013 bringt Fahrradstraßen

Die erste Fahrradstraße in Österreich will Radbeauftragter Martin Blum heuer in Wien umsetzen. Mehr Citybikes und die Prüfung der Radwege-Benützungspflicht sind weitere Projekte Blums, der zuletzt im Kreuzfeuer der Kritik gestanden ist.

„Ich würde mich freuen, wenn Wien die erste Fahrradstraße Österreichs hat“, sagte Blum im Gespräch mit der APA. Fahrradstraßen sind Radfahrern und Fußgängern vorbehalten, Autoverkehr ist nur ausnahmsweise erlaubt. Die entsprechende Novelle der Straßenverkehrsordnung tritt mit Ende März in Kraft. Als vorübergehender Ersatz wurde daher in Ottakring bereits eine fahrradfreundliche Straße geschaffen - mehr dazu in Premiere für fahrradfreundliche Straße.

Welche Straßen als Fahrradstraßen in Frage kommen, werde demnächst geprüft, kündigte Blum an. Die Zustimmung des Bezirks vorausgesetzt seien Fahrradstraßen in jedem Bezirk denkbar. „Mein Wunsch ist, dass heuer noch drei weitere Straßen dazukommen“, zeigte sich der Radbeauftragte optimistisch.

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Radfahren auf der Ringstraße, mehr City-Bikes

Radfahrer könnten künftig auch direkt auf der Ringstraße fahren. Die Stadt will prüfen, wo es machbar und sinnvoll ist, die Benützungspflicht für Radwege aufzuheben. Laut Blum will man sich auch anschauen, ob die Benützungspflicht auch entlang des Rings fällt - mehr dazu in Ringstraßen-Fahrspur für Radfahrer?.

Martin Blum

APA/Herbert Pfarrhofer

Martin Blum

Rechtlich wäre dies ebenfalls durch die Novelle zur Straßenverkehrsordnung möglich. Geprüft werden auch Abschnitte der Zweierlinie sowie die gesamte Argentinierstraße. Zudem plädierte Blum für den massiven Ausbau der Citybike-Stationen in der Stadt. Er sprach sich für eine Verdoppelung der aktuell rund 100 Stationen aus. Auch sei es denkbar, das System nach Transdanubien auszuweiten. Ideal wäre es, wenn City-Bike Standorte nicht weiter voneinander entfernt lägen als die Strecke zwischen zwei Straßenbahnstationen. Blum räumte aber ein, das sei natürlich auch eine finanzielle Frage - mehr dazu in Wien bekommt mehr Citybikes.

Lückenschluss und Radkorridore

Beim Ausbau des Radwegenetzes liegt der Schwerpunkt des heurigen Programms auf dem Lückenschluss. Der äußere Ringradweg wird mit dem noch fehlenden Stück beim Jonas-Reindl komplettiert - Ring-Radweg: Ausbau geht weiter.

Außerdem soll ebenfalls noch heuer ein Konzept für die Schaffung sogenannter Radkorridore erstellt werden. Die hochrangigen Langstreckenverbindungen zwischen Zentrum und Peripherie sollen dabei ein eigenes Markierungssystem erhalten, das mit dem U-Bahn-Netzplan vergleichbar sei, so Blum.

Kritik an Radagentur von allen Seiten

Blum war zuletzt im Kreuzfeuer der Kritik gestanden, nachdem Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) Aktivitäten der von ihm geleiteten Radagentur vermisst hatte. Die FPÖ verlangte daraufhin, den „extrem teuren grünen Versorgungsstadl“ umgehend zu schließen. Die ÖVP freute sich, dass der Radwegbeauftragte am Donnerstag „wieder einmal medial in Erscheinung getreten ist“.

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