Radboom hält weiterhin an

Immer mehr Radler sind unterwegs: Die Zählstellen verzeichneten von April bis Juni eine Steigerung von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte der Radfahrbeauftragte Martin Blum. Er kann sich Radlerausnahmen in Fußgängerzonen vorstellen.

Die Zahlen sind für Blum erfreulich. „Obwohl das Wetter durch Regen und lange Kälte schlechter war (als 2012, Anm.), gab es eine Steigerung“, so Blum. In der Statistik wurden allerdings nicht alle Messstandorte einbezogen. So klammerte man beispielsweise den inneren Opernring und den Neubaugürtel aus, da diese durch Bauarbeiten großteils gesperrt waren. Nicht verglichen wurden zudem wegen des Hochwassers die Juni-Werte am Donaukanal und an der Lassallestraße, erklärte der städtische Chef-Biker. Würde man diese miteinbeziehen, gebe es trotzdem ein leichtes Plus von 1,2 Prozent, versicherte Blum.

Radfahren am Ring

Florian Spielauer

Immer mehr Wiener fahren mit dem Rad

Zahlen hängen stark vom Wetter ab

Betrachtet nach einzelnen Monaten, zeigen aber auch die bereinigten Zahlen hohe Schwankungen. So gab es im April etwa einen Zuwachs von fast 25 Prozent, im Mai ein Minus von 7 und im Juni ein Plus von mehr als 5 Prozent. Das Auf und Ab hänge damit zusammen, dass die Radzahlen eben sehr stark von äußeren Einflüssen wie etwa dem Wetter abhängen. Konkrete Schlussfolgerungen seien deshalb erst nach einem längerfristigen Betrachtungszeitraum möglich. Insofern werde es eine detaillierte Analyse von 2013 erst gegen Ende des Jahres geben.

Fußgängerzonen für Räder öffnen

Positiv für die Radler sieht Blum die bevorstehende Verkehrsberuhigung auf der Mariahilfer Straße - nicht zuletzt deshalb, da auch in der künftigen Fußgängerzone gestrampelt werden darf. Ob Radfahren auch in den Fuzos der Innenstadt wünschenswert wäre? „Am Graben oder in der Kärntner Straße würde ich das nicht durchgehend empfehlen. Man könnte sich aber überlegen, es in der Nacht oder zu Lieferzeiten im Schritttempo zu erlauben“, meint Blum. Eine solche temporäre Erlaubnis gebe es zum Beispiel schon in Graz.

Darüber hinaus will der Radbeauftragte den per Bike erledigten Güterverkehr deutlich erhöhen: „Das Potenzial ist sehr hoch. Es gibt Untersuchungen in Deutschland, wonach 85 Prozent aller Auto-Kurierfahrten und 25 Prozent des gesamten Güterverkehrs mit Elektro-Lastenrädern durchgeführt werden könnten.“ Anlässlich einer Cargo-Konferenz, die das Verkehrsministerium gegen Ende des Jahres veranstalte, werde die Stadt das Potenzial für Wien erheben lassen.

Blum möchte Lastenfahrräder fördern

„Darauf aufbauend ist mein Ziel, dass wir dann auch Maßnahmen definieren, wie Lastenfahrräder in Wien stärker forciert werden können. Darunter fallen auch Überlegungen, welche Infrastruktur dafür nötig ist und welche Fördermaßnahmen möglich sind“, so Blum. Derzeit gebe es in der Bundeshauptstadt lediglich einen Lastenfahrrad-Botendienst und „an zwei Händen abzählbare Betriebe“, die Güter auch per Bike transportierten.

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