Zitronenduft für Post-Filialen

Die Post führt - ausgehend von Wien - in großen Filialen ein neuen Ticketsystem ein. Kunden müssen künftig eine Nummer ziehen, statt sich einfach in die Warteschlange einzureihen. Außerdem werden die Filialen speziell beduftet.

Nach einem Testbetrieb in Simmering soll das Konzept laut Projektleiterin Nicole Hackl nun schrittweise auf rund 20 Flagship-Standorte in ganz Österreich ausgeweitet werden. „Wir testen hier einiges aus, um den Filialtypus der Zukunft zu entwickeln“, erklärte Post-Generaldirektor Georg Pölzl am Mittwoch bei einem Besuch der Simmeringer Filiale an der Adresse Unter der Kirche 22.

Duft von Profi-Parfumkreateur

Dort wird das „Wohlfühlkonzept“ seit Mai ausprobiert - Wartebereich samt Sitzecke, kostenloses WLAN und Kinder-Post zum Spielen inklusive. Außerdem wird der Vorzeige-Shop speziell beduftet. Die Post hat dafür extra den Profi-Parfumkreateur Lorenzo Dante Ferro engagiert. Selbiger hat laut Projektleiterin Hackl unter anderem schon für Kylie Minogue und den Papst gearbeitet.

Auf die Frage, ob es bei der Post bisher nicht gut gerochen habe, meinte Hackl: „Nein, aber wenn viele Leute einen Raum betreten, gerade im Sommer bei der Hitze, dann ist immer eine unangenehme Atmosphäre in der Filiale. Und dem wollten wir entgegenwirken und haben einen eigenen Duft kreieren lassen. Dieser soll die Post, die Farbe und das, was wir ausstrahlen, widerspiegeln: Tradition, Modernität, Sicherheitsgefühl, Gelb.“

Zitrone für „gelben Duft“

Der Duft riecht nach Zitrone. "Das war eine lange Prozedur, den richtigen Duft zusammenzustellen“, so Hackl. "Er besteht aus Lemongrass, Zitrone und verschiedensten ätherischen Ölen. Auch die ÖBB setzen auf Duftaromen in ihren Zügen - mehr dazu in ÖBB-Klos duften nach „Weltraum“ (wien.ORF.at; 21.10.2014).

20 Filialen werden umgerüstet

Das Ticketsystem bzw. einzelne neue Elemente will man in den kommenden Jahren an weiteren Standorten übernehmen. Noch heuer soll etwa die Post in der Innenstadt (Fleischmarkt 19) nachgerüstet werden. Am Ende werden es rund 20 stark frequentierte Filialen sein - die meisten davon in der Bundeshauptstadt gelegen, ergänzte Hackl. Konkreten Zeitplan gibt es noch keinen. Österreichweit betreibt das Unternehmen derzeit 515 Filialen, 102 davon in Wien. Die landesweit knapp 1.300 Postpartner (26 in Wien) sind darin freilich nicht inkludiert.

Abgesehen davon werden auch die Selbstbedienungszonen, in denen man etwa rund um die Uhr Pakete abholen kann, ausgebaut. Die österreichweit rund 2.500 Filialmitarbeiter müssten deshalb aber nicht um ihre Jobs fürchten, versicherte Pölzl. Hier stehe der Servicecharakter, nicht die Effizienz im Vordergrund.

Post baut weiterhin Personal ab

Generell wird die Post aber sehr wohl den Einsparungskurs in Sachen Personal fortsetzen. Pölzl sprach von je 200 bis 400 Mitarbeitern in den kommenden paar Jahren bei aktuell rund 18.000 Angestellten (ohne Tochtergesellschaften im Ausland). „Das Briefaufkommen ist um drei bis fünf Prozent pro Jahr rückläufig“, argumentierte der Unternehmenschef. Insofern wird ein guter Teil der Kürzungen die Zusteller treffen - wobei man statt Kürzungen weiterhin auf „natürliche Fluktuationen“ setzen will.

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