Kurt Sobotka gestorben

Kammerschauspieler Kurt Sobotka ist tot. Das hat das Theater in der Josefstadt am Samstagnachmittag bekanntgegeben. Sobotka war Ehrenmitglied der Josefstadt und stand viele Jahre im Kabarett Simpl auf der Bühne.

Über 35 eigene Theaterinszenierungen, seit knapp 70 Jahren auf der Bühne, Auftritte in rund 100 Josefstadt-Produktionen, mehr als 450 Fernsehfilme und mindestens 2.500 Rundfunksendungen (davon 31 Jahre lang die legendäre ORF-Radiosatire „Der Guglhupf“) - das sind die beeindruckenden Zahlen zu Kurt Sobotkas künstlerischem Wirken.

Kurt Sobotka

APA/Herbert Pfarrhofer

Kurt Sobotka 1930 - 2017

Profidebüt in Steyr

Sobotka wurde am 9. März 1930 in Wien geboren und besuchte zunächst die Handelsakademie sowie das Konservatorium Prayner für Musik und dramatische Kunst in seiner Heimatstadt. Nach einem Kurzengagement als Eleve im Ronacher-Ausweichquartier des Burgtheaters an der Seite von Gerhard Klingenberg und Michael Kehlmann debütierte er in Steyr.

Danach spielte er an Wiener Kellertheatern wie dem Studio der Hochschulen, dem Theater der Courage und dem Theater am Parkring, bevor er 1957 im Theater in der Josefstadt debütierte und einige Spielzeiten als Gastschauspieler viel beschäftigt war. Es folgten mehrere Jahre am Theater am Kärntnertor, Engagements am Wiener Volkstheater, am Hansa Theater Berlin, am Hamburger Thalia Theater und am Zürcher Schauspielhaus.

Kurt Sobotka

APA/Georg Hochmuth

Kurt Sobotka im Jahr 2010

Unter sechs Josefstadt-Direktoren gespielt

Als Mitglied des Simpl prägte der Schauspieler die goldene Ära des Wiener Kabaretts mit und stand mit Größen wie Karl Farkas, Helmut Qualtinger und Gerhard Bronner auf der Bühne.

Zwischendurch gastierte Sobotka immer wieder an der Josefstadt, bis ihn Direktor Franz Stoß 1979 wieder fest ins Ensemble einband. Dort spielte der Publikumsliebling viele Nestroy-Rollen, gehobenen Boulevard wie in „Charleys Tante“, aber auch Charakterrollen wie Jamie Cregan in Eugene O’Neills „Fast ein Poet“ oder den alten Miller in Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“.

Fotoprobe zu "Die Himbeerpflücker" in der Josefstadt, gemeinsam mit Wolfgang Böck (r.), 1996

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Kurt Sobotka (l.) mit Wolfgang Böck bei der Probe zu „Die Himbeerpflücker“, 1996

Sechs Josefstadt-Direktoren hatte das Ehrenmitglied des Hauses erlebt, und besonders liebevoll erinnerte er sich an einen, der 1986 wenige Wochen vor Antritt seiner Josefstadt-Intendanz gestorben war: Boy Gobert hatte Sobotka durch seine Theaterauftritte im Ausland (Hamburg, Zürich, Berlin) kennen und schätzen gelernt und ihm versprochen, ihn mehr im Charakterfach einzusetzen.

„Brennheißer Guglhupf“ im ORF-Radio

Sobotkas zahllosen Kabarett- und Boulevardauftritten geschuldet ist seine Charakterisierung als eher der leichten Muse dienender Unterhaltungskünstler. Wesentlich dazu beigetragen hat „Der Guglhupf“, den Sobotka von 1978 bis 2009 nahezu allsonntäglich „brennheiß serviert“ und 21 Jahre in Sobotkas hauseigenem Tonstudio zubereitet hat.

Der Guglhupf, 24.2.2008

Aber auch nach dem Ende der Satiresendung bewies Sobotka seine Vielseitigkeit, war er doch schon abseits der Josefstadt immer wieder als Regisseur und Schauspieler tätig - blieb aber der Josefstadt immer verbunden.

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