Veronica Kaup-Hasler ist neue Kulturstadträtin

Wiens neue Kulturstadträtin wird Veronica Kaup-Hausler heißen. Die Kulturmanagerin hat bei den Wiener Festwochen als Dramaturgin gearbeitet und war zwölf Jahre lang Intendantin des steirischen Herbstes.

Sie ist wohl die überraschendste Neubesetzung im Regierungs-Team von Wiens künftigem Bürgermeister Michael Ludwig: Mit Veronica Kaup-Hasler wird eine Theaterfachfrau und erfahrene Festivalmanagerin Kulturstadträtin und damit Nachfolgerin von Andreas Mailath-Pokorny.

Geboren wurde Kaup-Hasler 1968 in Dresden als Tochter einer ostdeutschen Sängerin und eines österreichischen Schauspielers. 1970 gelang der Familie die Ausreise aus der DDR nach Wien. Dort wuchs Veronica Kaup-Hasler auf, maturierte und studierte danach Germanistik, Politikwissenschaft, Ethnologie und Theaterwissenschaft. Ihren Abschluss machte sie 1993 in Theaterwissenschaft.

Veronica Kaup-Hasler

APA/Georg Hochmuth

Veronica Kaup-Hasler leitete zwölf Jahre den steirischen Herbst

Zusammenarbeit mit Bondy und Schlingensief

Im Anschluss an das Studium wurde sie nach einem Engagement bei den Salzburger Festspielen 1993 („Cosí fan tutte“) als Dramaturgin an das Theater Basel engagiert, wo sie bis 1995 tätig war. Von 1995 bis Juni 2001 arbeitete Kaup-Hasler bei den Wiener Festwochen als Festivaldramaturgin und ab 1998 als künstlerische Mitarbeiterin von Schauspieldirektor Luc Bondy.

Wesentliche Beiträge lieferte sie unter anderem zu Konzeption und Durchführung des „Regiewettbewerbes“ der Festwochen, in der Entwicklung der Container-Aktion von Christoph Schlingensief sowie in der Recherche im Bereich osteuropäischen Theaters.

1998 bis Juni 2001 war Kaup-Hasler auch Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse von Erich Wonder. Ende Jänner 2001 wurde sie zur Künstlerischen Leiterin des biennalen Festivals „Theaterformen“ bestellt, das unter ihrer Führung 2002 und 2004 stattfand.

Zwölf Jahre Leiterin des „steirischen Herbsts“

Die letzte Karriere-Station: 2006 wurde die gebürtige Dresdnerin Leiterin des „steirischen Herbsts“. In den zwölf Jahren ihrer Intendanz förderte sie genreübergreifende Projekte, auch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen fanden im Programm Platz. Mit 2017 legte Veronica Kaup-Hasler ihre Funktion beim Grazer Gegenwartsfestival zurück.

Abseits des Festivalbetriebs war Veronica Kaup-Hasler Jurymitglied der Wiener Theaterjury, bei der internationalen Performance-Plattform „Plateaux“ am Mousonturm (Frankfurt) und beim Wettbewerb „evolutionäre Zellen“ der Frankfurter Künstlergruppe finger.

Viel Zuspruch aus Kulturlandschaft

In ersten Reaktionen aus der Wiener Kulturszene hat Kaup-Hasler viel Zuspruch erhalten: Tomas Zierhofer-Kin, Intendant der Wiener Festwochen, würdigt einen „Vollprofi“, für Kunsthallen-Direktor Nicolaus Schafhausen steht sie „für die Wahrung der Autonomie der Künste“, Lob kommt auch von Konzerthaus-Intendant Matthias Naske. Auch der steirische Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP), der Kaup-Haslers Arbeit als „steirischer herbst“-Intendantin sehr schätzt, ist „davon überzeugt, dass sie in Wien im Kulturbereich großartige Arbeit leisten wird“.