Mieterschikane: Eigentümer wehrt sich

Räumungsklagen, falsche Betriebskosten, unterlassene Sanierungen: Der Immobilientreuhänder Lenikus wehrt sich gegen den Vorwurf, Altmieter des Objekts Bauernmarkt 1 in der Innenstadt mit diesen Schikanen loswerden zu wollen.

Im Jahr 2001 verkaufte die Stadt Wien das barocke Altbaugebäude Am Bauernmarkt 1 an die Unternehmensgruppe Lenikus. Diese soll etwa mit unterlassenen Sanierungen Mieter mit unbefristeten Mietverträgen zum Umziehen bewegt haben. Mittlerweile befinden sich nur noch zwei Mieter im Haus. Einer davon ist Albin Zuccanto, der vor Gericht gegen Lenikus kämpft und dabei von Gemeinderat Christoph Chorherr (Grüne) unterstützt wird - mehr dazu in Grüne für „Exempel“ gegen Spekulanten.

Bisher war Lenikus zu keiner Stellungnahme gegenüber wien.ORF.at bereit. Erst am Dienstag reagierte Lenikus mit einer Aussendung auf die Vorwürfe: „Es ist der Mieter selbst, der mit immer neuen Einsprüchen die seit über sechs Jahren vorbereitete und vor zirka eineinhalb Jahren begonnene Generalsanierung und den Dachgeschoßausbau des Hauses verhindert, weil er aus persönlichen Gründen keine Baustelle im Haus haben will und sich auch gegen die geplante umfassende Sanierung der Bausubstanz wehrt“, so Lenikus-Unternehmenssprecher Pius Strobl.

Haus an der Adresse Bauernmarkt 1
ORF
Derzeit befinden sich noch zwei Mieter im Objekt Bauernmarkt 1

Lenikus: „Mieter blockieren Sanierung“

Lenikus begrüße zudem die Schaffung eines Ethikrates. Eine solche Einrichtung, eine Art Beschwerdestelle, wurde kürzlich von Chorherr gefordert. Auch Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) und der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka begrüßen den Vorschlag einer Ethik-Kommission.

Abgesehen davon erklärt sich Lenikus dazu bereit, sämtliche die Liegenschaft betreffenden Unterlagen jederzeit und vollständig offen zu legen. Strobl: „Wir bedauern, dass davon bisher noch nicht Gebrauch gemacht wurde. Es ist nämlich transparent und objektiv bewiesen, dass beim Ankauf des Hauses von der Stadt Wien weder 22 Wohnungsmieter in diesem Haus mit Altmietverträgen gewohnt haben, noch vom Hauseigentümer irgendwelche Schikanen ausgeübt wurden.“

Laut Strobl verfügt die Unternehmensgruppe über rechtskräftige von der Baubehörde und dem Bundesdenkmalamt ausgestellte Genehmigungen zur Durchführung der Generalsanierung des Hauses samt Dachgeschoßausbau. Der Baubeginn werde laut Strobl jedoch seit sechs Jahren durch Mieter-Einsprüche blockiert.

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