Tabby arbeitet mit einer Schablone
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Kultur

„Wiener Banksy“ lebt vom Sprayen

Banksys Street-Art-Werke sind weltberühmt. Ein Wiener Sprayer möchte in seine Fußstapfen treten: Tabby verdient mit seinen systemkritischen Bildern bereits tausende Euro. Er ist nicht nur in Wien, sondern auf der ganzen Welt unterwegs – nicht immer legal.

Wenn Tabby ohne Erlaubnis malt, muss es schnell gehen – wie dieses Mal auf einem Firmengelände in Ottakring. Eigentlich ist der Street-Art-Künstler medienscheu, dem ORF gibt er aber ein seltenes Interview. Um nicht erwischt zu werden, braucht es einiges an Vorbereitung: „Schablonen sind eine Art und Weise, wie man schnell auf eine Wand malen kann. Das Vorbereiten dauert zwar mehrere Tage oder Wochen, aber dafür kann man dann umso schneller malen. Jede Schicht wird vorgeschnitten und kann schnell auf eine Wand gemalt werden, ohne dass man viel Zeit draußen braucht“, erklärt er im „Wien heute“-Interview.

Fotostrecke mit 11 Bildern

Ein Graffiti auf einem Verkehrsschild
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Die Kunstwerke von Tabby sind in ganz Wien verteilt …
Ein Graffiti wo eine Katze eine Ratte fängt
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… manchmal muss man auch ein zweites Mal hinsehen
Ein Graffiti zeigt einen Mann mit Blindenstock
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Der Künstler will kleine Überraschungen in den Alltag einbauen
Ein Graffiti das ein Paar zeigt
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Zerstören will er keinesfalls …
Ein Graffiti – ein Mann hält Mary Poppins fest
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… deshalb sind denkmalgeschützte Gebäude oder Werke anderer Künstler tabu
Ein Graffiti in Nahaufnahme
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Tabbys Werke sind durchaus gesellschafts- und zeitkritisch
Ein Graffiti mit Geldscheinen
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Er befasst sich mit ernsten Themen …
Ein Graffiti zeigt zwei Soldaten
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… betrachtet sie aber gerne mit einem Augenzwinkern
Ein Graffiti zeigt zwei Menschen die sich mit Gasmaske küssen
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Tabby ist inzwischen aber auch weltweit unterwegs
Ein Graffiti auf dem eine Katze eine Ratte trägt
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Die Katze ist sein Signaturtier
Der Tag Tabby
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…unter anderem darauf bezieht sich auch sein Name

Unterhaltung statt Zerstörung

Allerdings ist sein Ziel niemals Zerstörung, denkmalgeschützte Gebäude oder Werke anderer Künstlerinnen und Künstler sind für ihn tabu. Stattdessen sollen seine Bilder einem Ort etwas Interessantes oder Ungewöhnliches verleihen und Denkanstöße geben. „Es soll etwas sein, dass einen glücklich macht, wenn man es auf einem Spaziergang findet“, sagt er.

Tabby sprayt seit mehr als 10 Jahren – und lebt inzwischen von seiner Kunst. Dennoch oder gerade deswegen möchte er anonym bleiben, damit nicht jedes Mal die Polizei anklopft, wenn er an öffentlichen Orten gesprayt hat. Außerdem will er auch bei steigender Bekanntheit ein normales Leben führen: „Mein normales Leben ist, dass ich mich im Billa anstellen und einkaufen kann, ohne dass jemand etwas sagt. Die meisten Leute, mit denen ich mich treffe, wissen auch nicht unbedingt, was ich wirklich mache. Das halte ich auch gerne im privaten Kreis getrennt.“

Wiener Sprayer nimmt es mit Banksy auf

Ein Street-Art-Künstler in Wien nimmt es mit dem weltbekannten Banksy auf und verdient bereits tausende Euro mit seinen gesprayten Bildern. Seine zeit- und systemkritischen Bilder hinterlässt Tabby dabei nicht immer legal.

Tabby als augenzwinkernder Hinweis auf Banksy

Tabby ist sein Künstlername – das englische Wort für eine gemusterte Katze. Das ist aber nur eine der Bedeutungen: „Ein Hauptgrund ist, dass ich Gitarre spiele. Allerdings kann ich keine Noten lesen und habe mit Tablaturen gespielt – und da wurde ich Tabby genannt. Gleichzeit fand ich es interessant: Banksy hat seine Ratten und die Katze fängt die Ratten – von dem her macht es gleichzeitig Spaß, den Namen zu behalten.“

Tatsächlich gibt es Parallelen zwischen Tabbys Werken und jenen des britischen Street-Art-Künstlers Banksy. „Wenn man ein ernstes Thema lustig darstellen kann und die Leute gleichzeitig dazu bringt, darüber nachzudenken, dann gewinnt man halt mit Humor.“ Tabby verdient mit seiner Kunst inzwischen tausende Euro – und arbeitet auf der ganzen Welt. Doch auch in Wien taucht immer wieder ein neuer Tabby auf.