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Chronik

Schwimmvereine kritisieren späte Kurszeiten

Die CoV-Krise stellt die Wiener Schwimmvereine derzeit auf eine harte Geduldsprobe. Sie kämpfen mit rund 50 Prozent Mitgliederschwund, schwerer Planbarkeit und verzögertem Trainingsstart. Vor allem für Kinder seien die neuen Kurszeiten oft zu spät, lautet die Kritik.

Zu den geltenden coronavirusbedingten Erschwernissen kamen zuletzt Anlaufschwierigkeiten bei der neu organisierten Bahnenzuteilung. Denn bis vor kurzem – fast ein Monat nach Start der neuen Schwimmsaison – wussten die Schwimmvereine nicht, wann sie in welchen Hallenbädern trainieren können. Training und vor allem auch Schwimmkurse für Kinder und Jugendliche konnten erst jetzt mit Verspätung starten, weil es bei der Zuteilung der Schwimmbahnen Verzögerungen gegeben habe, berichtete die Präsidentin des Landesschwimmverbands, Vera Futter-Mehringer, am Sonntag gegenüber Radio Wien.

Der Hintergrund: Im Sommer änderten sich die Zuständigkeiten bei der Aufteilung der Schwimmbahnen. Bisher gab es zwei Magistrate – MA 44 und MA 51 – als Ansprechpartner für die Vereine. Jetzt wird alles zentral über die MA 51 abgewickelt. Futter-Mehringer begrüßte die Umstellung grundsätzlich, auch wenn die Zuteilung der Schwimmbahnen heuer viel zu spät kam: „Normalerweise kommt das Ende August, wir haben das jetzt erst Ende September bekommen.“

„Ganz viele Wasserzeiten nach 19.00 Uhr“

Mittlerweile steht die Aufteilung der Wasserflächen fest. Doch zufrieden ist die Schwimmverbandspräsidentin mit dem Ergebnis nicht. Denn die Zeitfenster, die die Vereine nun zur Verfügung haben, sind sehr begrenzt, vor allem für Kinder und Jugendliche wird es oft zu spät, beklagte Futter-Mehringer: „Das Problem ist, dass wir ganz viele Wasserzeiten haben nach 19.00 Uhr bis 21.30 Uhr und da gehen kleine Kinder nicht mehr in einen Schwimmkurs“, berichtete die Landesschwimmverbandschefin.

Zeitlich eng ist es auch deshalb, weil Schulen, Vereine und normales Schwimmpublikum aufgrund der CoV-Regeln zu getrennten Zeiten schwimmen müssen – eine Maßnahme, die Futter-Mehringer nicht begrüßt. Die Schwimmvereine verloren laut der Verbandschefin bereits viele Mitglieder, derzeit sind es noch rund 3.000: „Wir haben die Situation, dass insbesondere die kleinen Schwimmvereine an der Existenzgrenze stehen, weil sie bis zu 50 Prozent Mitgliederschwund haben. Und wir haben auch von den großen Vereinen die Rückmeldung von deutlichen Mitgliederrückgängen.“

Rückstau und lange Wartelisten

Zugleich ist die Nachfrage nach Schwimmkursen gerade auch für Schwimmanfängerinnen und -anfänger laut Futter-Mehringer sehr groß. Es gebe einen beträchtlichen „Rückstau“: „Die Wartelisten sind lang.“ Erschwerend kam in der neuen Saison noch hinzu, dass das Stadionbad vorläufig nicht genutzt werden kann, da die Traglufthalle gerade neu überdacht wird.

Vor allem für die Leistungsspitze, die dort normalerweise trainiert, wird es in der laufenden Herbst- und Wintersaison eng, sie muss nun vor allem in die Stadthalle ausweichen – und der Kampf um Schwimmbahnen und Trainingszeiten wurde damit noch größer.