Fahrrad auf Radweg
APA/Hans Punz
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Verkehr

Radweg in Floridsdorf bis NÖ geplant

In Floridsdorf wird eine vor mehr als 40 Jahren geplante Autobahn in Richtung Brünn begraben. Das Projekt soll viel mehr als „Klima-Highway“ für Radfahrer und Öffentliche Verkehrsmittel realisiert werden und eine durchgängige Radverbindung von der Alten Donau bis Niederösterreich ermöglichen.

Die Grob-Planung – abgeschlossen ist eine Studie der MA 18 zu dem Projekt – präsentierten am Mittwoch Verkehrs- und Planungsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Georg Papai (beide SPÖ). Demnach soll von der Alten Donau bis zur Angyalföldstraße eine neue Radverbindung entstehen und dort an den bestehenden Radweg anschließen.

Ab diesem Bereich beginnt auch die Trasse der sogenannten HB232, eben jene geplante Autobahn aus der Stadt hinaus Richtung Brünn. Für Radfahrer ist diese Folgestrecke allerdings mühsam und durch Umwege bzw. Lücken geprägt, so die Stadtverantwortlichen. Zwischen Satzingerweg und Leopoldauer Straße etwa gebe es keine direkte Verbindung, dies soll nun durch einen Straßenausbau allerdings nur für Busse, Fahrräder und Fußgänger geändert werden. Ab der Siemensstraße soll es künftig einen baulich getrennten Radweg anstelle der bestehenden Mehrzweckstreifen geben.

Radweg in Floridsdorf bis NÖ geplant

In Floridsdorf wird eine vor mehr als 40 Jahren geplante Autobahn in Richtung Brünn begraben. Das Projekt soll viel mehr als „Klima-Highway“ für Radfahrer und Öffentliche Verkehrsmittel realisiert werden und eine durchgängige Radverbindung von der Alten Donau bis Niederösterreich ermöglichen.

Neue Buslinie geplant

Geplant ist auch eine neue Buslinie, die von der U-Bahnstation Kagran bis nach Großjedlersdorf führen soll und zwischen der Angyalföldstraße und Katharina-Scheiter-Gasse parallel zum Rad- und Fußweg entlang der Trasse der HB232 verlaufen wird.

Richtung Niederösterreich schließt das Stadtentwicklungsgebiet Neu Leopoldau an. Hier ist der Bau einer Straße mit einem Fahrstreifen pro Richtung zwischen Tauschekgasse und Gerasdorfer Straße geplant. Dies ist für Betriebsansiedlungen gedacht, „die wir in den nächsten fünf Jahren aber nicht brauchen werden“, wie der Bezirksvorsteher sagte.

Ab der Gerasdorfer Straße bis zur Stammersdorfer Straße soll entlang des Landschaftsschutzgebietes die Verkehrsband-Widmung auf Wiener Gebiet in Grünraum rückgewidmet werden. Eine durchgehende Verbindung für den motorisierten Individualverkehr sei hier nicht mehr notwendig.

Visualisierung
Stadt Wien

Genaue Planung startet erst

Das Projekt ist allerdings noch Zukunftsmusik: „Die MA 28 wird mit der genauen Planung beauftragt“, sagte Sima. Erst dann könne man über genauere Zeitpläne und auch die Kosten reden. Teile des Projekts, die nur Radwege betreffen, könnten relativ schnell angegangen werden. Die Frage sei, ob auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig sei, was sie nicht hoffe, denn das würde die Umsetzung um Jahre verzögern. Dass die Studie umgesetzt wird, sei aber fix, bekräftigte die Stadträtin. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht irgendwelche Sonntagskonzepte präsentiere.“

Ärger über Lobautunnel-Streichung

Im Nachbarbezirk Donaustadt gehe Stadtstraße gut voran, da sei sie sehr zufrieden, sagte Sima. Dass Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) den Lobautunnel über eine Streichung aus dem Straßenbaugesetz endgültig zu Fall bringen will, ärgert die Verkehrsstadträtin nach wie vor, wenngleich: „Wir haben als Stadt hier nicht viele Möglichkeiten.“

Die Ministerin halte sich nicht an ein gültiges Gesetz. „Ich glaube, dass das früher oder später Konsequenzen haben wird“, betonte Sima. Die Stadt will nun versuchen über das sogenannte Transeuropäische Netz (TEN-Netz) Maßnahmen zu ergreifen. Wien sei ein Nadelöhr für den Transitverkehr aus dem Norden Richtung Südeuropa. Der Verkehr geht Sima zufolge derzeit über die Südosttangente mitten durch die Stadt.