OP Besteck
ORF.at/Birgit Hajek
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Chronik

CoV: Großteil der Operationen nachgeholt

In Wien haben wegen der Cov-Krise rund 2.000 geplante Operationen verschoben werden müssen. Mehr als 1.800 davon wurden bereits nachgeholt, der Rest der Patientinnen und Patienten hat einen neuen Termin zugewiesen bekommen, heißt es von der Stadt.

1.830 der verschobenen Operationen wurden bereits nachgeholt, sagte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Für die restlichen 170 Operationen wurde den betroffenen Patientinnen und Patienten ein OP-Termin zugewiesen. „Sie wollten freiwillig erst einen Termin im Herbst“, sagte der Sprecher. Aufgrund eines Kommunikationsproblems seitens des Wiener Gesundheiutsverbundes (vormals KAV) wurden zunächst falsche Zahlen zu den bereits durchgeführten Operationen bekanntgegeben.

Hacker und Spitalsvertreter hoben bei einer Pressekonferenz zum Thema auch die intensive Zusammenarbeit mit privaten Einrichtungen hervor. So sind etwa 40 Betten im Rudolfinerhaus dem Gesundheitsverbund (ehemals Krankenanstaltenverbund, Anm.) zur Verfügung gestellt worden, um aufgeschobene Operationen nachzuholen.

Zugangsbeschränkungen bleiben vorerst

Keine Änderung ist vorerst bei den restriktiven Zutrittsbeschränkungen in den Wiener Krankenhäusern geplant. Sie bleiben bis auf Weiteres aufrecht. In Wien sind insgesamt bisher 3.734 Coronavirus-Infektionen entdeckt worden, 3.285 Betroffene sind wieder gesundet.

Die Zahl der mit dem Virus in Zusammenhang stehenden Todesfälle beträgt 189. In den städtischen Krankenhäuser sind bisher rund 880 zum Teil schwer erkrankte Covid-Patienten behandelt worden.

Hacker warnt vor Statistik-Wettbewerb

Gleichzeitig wurde bei dem Medientermin gewarnt, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. Denn täglich werden im Durchschnitt rund 20 Neuerkrankungen registriert, wie Michael Binder, der medizinische Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, berichtete. Insgesamt wurden im Gesundheitsverbund bereits 50.000 Corona-Tests durchgeführt.

„Die Erkrankung ist weiterhin vorhanden“, versicherte er. Und auch wenn es in Wien und in Österreich zuletzt einen Rückgang bei den aktuellen Fällen gegeben habe, könne sich dieser Trend – wie man an internationale Beispielen gesehen habe – auch wieder umkehren.

Man sei jedoch gut vorbereitet, die Pandemielager seien gefüllt, beteuerte Binder. Auch Gesundheitsstadtrat Hacker hielt fest, dass die Pandemie „zweifelsohne“ nicht vorbei sei. Er sei sich jedoch nicht sicher, ob es eine „zweite Welle“ sein werde. „Der Begriff strahlt so etwas Machtloses aus“, befand er. Tatsächlich könne man aber mit Maßnahmen gegenwirken.

Derzeit drei Mitarbieter am AKH positiv getestet

Gleichzeitig warnte er davor, einen Statistik-Wettbewerb zu führen, wer die wenigsten Fälle habe. Dies könne ein Schuss in die „Achillessehne“ werden. „Weil das führt zur Wettbewerbsverzerrung der dummen Art“, konstatierte Hacker. Natürlich habe man keine Erkrankungen, wenn man keine Tests mache, gab der Stadtrat zu bedenken.

Wien hat stets betont, dass man durch systematische Testungen auch viele nicht symptomatische Fälle entdeckt hat. Die Stadt heftet sich etwa auf die Fahnen, den sogenannten Post-Cluster maßgeblich aufgedeckt zu haben. Betroffen waren damals zahlreiche Leiharbeiter, die in Post-Verteilzentren in Niederösterreich und Wien beschäftigt waren.

In den Spitälern, so wurde heute betont, sei es gelungen, das Virus weitgehend fernzuhalten – auch wenn dies „nicht lückenlos“ gelungen sei. Aktuell wurden drei Mitarbieter im AKH positiv getestet. Zustände wie etwa in Italien, wo erkrankte Patienten zur Diagnose oder zu Behandlungen in die Spitäler gekommen seien, hätte man aber vermieden. Hier habe sich bewährt, dass leicht erkrankte Menschen daheim versorgt werden.